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Kultur und Erziehung in der Waldorfpädagogik

Analyse und Kritik eines anthroposophischen Konzepts interkultureller Bildung

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Mandana Büchele

Im Kontext der Diskussion um Interkulturelle Bildung wird in einer Zusammenhangsanalyse systematisch untersucht, ob und wie sich die Waldorfpädagogik / Anthroposophie Rudolf Steiners grundsätzlich für das Unterrichten und Erziehen in kultureller Vielfalt eignet. Auf dieser Basis wird das Verhältnis von Kultur und Erziehung neu bestimmt und ein transkulturelles Bildungskonzept entfaltet, das Orientierungen für die Gestaltung pädagogischer Praxis in multikulturellen Kontexten bietet.
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4. Anthroposophische Grundlagen der Waldorfpädagogik

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4.  Anthroposophische Grundlagen der Waldorfpädagogik

Dass das staatliche Schulwesen immer noch Defizite im Hinblick auf die gesellschaftliche und schulpolitische Herausforderung einer zunehmend sprachlich-kulturellen Schülerschaft aufweist, gilt als erwiesen (vgl. Kapitel 1). Auch die verschiedenen Diskurse Interkultureller Pädagogik können trotz vielversprechender Ansätze noch immer keine adäquate Lösung für inter- bzw. transkulturelle Bildung und Erziehung offerieren (vgl. Kapitel 3). Selbst das favorisierte Konzept der Transkulturellen Pädagogik ist in Bezug auf Realisierungsvorschläge oder konkrete Handlungsoptionen für die pädagogische Praxis noch nicht ausgereift. Hieraus begründet sich die Hoffnung, außerhalb des staatlichen Schulwesens und damit verbundener Interkultureller Pädagogik, d. h. bei den Freien Waldorfschulen und ihrer anthroposophischen Pädagogik, entsprechende Anregungen für die Problematik zu finden. Hinzukommend ergibt sich aus den Erfolgen einer ersten Interkulturellen Waldorfschule, welche die geforderte interkulturelle Dimension bereits in ihrem Schulbild verwirklichen konnte, der Anlass (vgl. Kapitel 2), sich grundsätzlich mit der zugrundeliegenden Waldorfpädagogik und ihren anthroposophischen Grundlagen zu befassen.

Um die Möglichkeiten der Waldorfpädagogik für inter- bzw. transkulturelle Bildung aufzuzeigen und um die Waldorfpädagogik in den Diskursraum Interkultureller Pädagogik einordnen zu können, werden im Folgenden die theoretischen Bezüge und zugrundeliegenden Prämissen der Anthroposophie, als ideelle Wurzel der Waldorfschule, analysiert und auf ihre Anschlussfähigkeit an allgemeinpädagogische und kulturanthropologische bzw. interkulturelle Bezüge geprüft.

Da die Waldorfpädagogik auch heute noch nah an den ursprünglichen Erziehungsvorstellungen...

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