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Kultur und Erziehung in der Waldorfpädagogik

Analyse und Kritik eines anthroposophischen Konzepts interkultureller Bildung

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Mandana Büchele

Im Kontext der Diskussion um Interkulturelle Bildung wird in einer Zusammenhangsanalyse systematisch untersucht, ob und wie sich die Waldorfpädagogik / Anthroposophie Rudolf Steiners grundsätzlich für das Unterrichten und Erziehen in kultureller Vielfalt eignet. Auf dieser Basis wird das Verhältnis von Kultur und Erziehung neu bestimmt und ein transkulturelles Bildungskonzept entfaltet, das Orientierungen für die Gestaltung pädagogischer Praxis in multikulturellen Kontexten bietet.
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5. Möglichkeiten und Grenzen der anthroposophischen Waldorfpädagogik

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5.  Möglichkeiten und Grenzen der anthroposophischen Waldorfpädagogik

Aus der Betrachtung des sozial-historischen Kontextes von Rudolf STEINER geht hervor, dass er sich in einer gesellschaftspolitischen ‚Umbruchzeit‘ befand, die für den pädagogischen Diskursraum mit einer Kritik am staatlichen Schulwesen und einer umgreifenden Reformbewegung einherging. In Einklang mit dieser Bewegung sehnte sich auch STEINER nach einer ‚Erneuerung der Gesellschaft‘ (vgl. 4.2.2) durch eine neue Erziehung der nachfolgenden Generation. Im Gegensatz zu zeitgenössischen Reformpädagogen erwuchs seine Vorstellung darüber, wie diese neue Pädagogik aussehen soll, aber einer anderen ideellen Wurzel, nämlich der Anthroposophie. Da die Anthroposophie als oberstes Ziel die ‚Freiheit des Geisteslebens‘ für die Menschheit fordert, lässt sich die Hypothese bestätigen, dass es der anthroposophischen Pädagogik theoretisch um eine ‚Erziehung zur Freiheit‘ geht. Inwiefern sich diese Intention im Bildungs- und Erziehungsverständnis der Waldorfschule und in ihrer pädagogischen Praxis widerspiegelt bzw. umgesetzt wird, ist damit aber noch nicht beantwortet.205

Für das Verstehen der Waldorfpädagogik aus ihren Prämissen heraus (immanent-kritisch) wurde die zugrundeliegende Anthroposophie deswegen auch nach ihren Konsequenzen für die Pädagogik befragt. Auf der Suche nach den Begründungen des waldorfpädagogischen Bildungs- und Erziehungsverständnisses lassen sich folgende zusammenfassende Thesen als Ergebnis der Analyse anthroposophischer Grundlagen der Waldorfschule (Kapitel 4) formulieren: ← 189 | 190 →

5.1  Konkludierende Thesen zur anthroposophischen Begründung der Waldorfpädagogik

These 1: Die Waldorfpädagogik ist sozialpolitisch legitimiertThese 2: Die Waldorfpädagogik ist...

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