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Kultur und Erziehung in der Waldorfpädagogik

Analyse und Kritik eines anthroposophischen Konzepts interkultureller Bildung

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Mandana Büchele

Im Kontext der Diskussion um Interkulturelle Bildung wird in einer Zusammenhangsanalyse systematisch untersucht, ob und wie sich die Waldorfpädagogik / Anthroposophie Rudolf Steiners grundsätzlich für das Unterrichten und Erziehen in kultureller Vielfalt eignet. Auf dieser Basis wird das Verhältnis von Kultur und Erziehung neu bestimmt und ein transkulturelles Bildungskonzept entfaltet, das Orientierungen für die Gestaltung pädagogischer Praxis in multikulturellen Kontexten bietet.
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7. Zusammenfassung

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7.  Zusammenfassung

Mit der Feststellung, dass die anthroposophische Pädagogik der Waldorfschule in Grundzügen mit einem transkulturellen Bildungs- bzw. Erziehungsverständnis vereinbar ist, gilt die zu untersuchende Zusammenhangshypothese (5.4.1) zwischen Waldorfpädagogik und Interkultureller Pädagogik als bestätigt.

Zwar ergab die Untersuchung der Anthroposophie (vgl. Kapitel 4) – als ideelle Wurzel der Waldorfpädagogik –, dass die Waldorfschule in pädagogischer Hinsicht nicht ohne ihre weltanschaulichen Hintergründe begutachtet werden kann286, nicht ohne Einwände287 zu befürworten ist und auch nicht als vollkommen widerspruchsfrei gelten kann (vgl. 5.3). Dennoch überwiegen transkulturelle, d. h. kulturtranszendierende Intentionen der Anthroposophie gegenüber kulturessentialisierenden Tendenzen. Die Untersuchung der zugrundeliegenden Prämissen der anthroposophischen Waldorfpädagogik lässt hierbei auf ein dynamisches Kulturverständnis schließen, welches sich aufgrund der Vorstellung von der Kultur als ‚Durchgangsstadium‘ auf dem Weg zur Höherentwicklung der Menschheit als anschlussfähig an das Transkulturalitätskonzept erweist.

In Bezug auf die Forschungsfrage nach der Anschlussfähigkeit der Waldorfpädagogik an die Konzepte Interkultureller Pädagogik ist zwar zu berücksichtigen, dass der Gründungsvater Rudolf STEINER – außer den sozial-integrativen Intentionen für seine Waldorfschule – keine expliziten Ziele für interkulturelle Bildung und Erziehung zu seinen Lebzeiten formulierte. Dennoch sind zahlreiche Überein¬stimmungen mit der Grundidee des Konzepts Transkultureller Pädagogik aus seinem anthroposophischen Menschenbild, seinen normativen kulturanthropologischen Bezügen und seiner individualistisch-ganzheitlichen, freien Pädagogik abzuleiten. ← 311 | 312 →

Auch im Hinblick auf die realistische Situation der ‚migrationsbedingten Disparitäten‘ im...

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