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Rollenspiele

Musikpädagogik zwischen Bühne, Popkultur und Wissenschaft- Festschrift für Mechthild von Schoenebeck zum 65. Geburtstag

Edited By Thomas Erlach and Burkhard Sauerwald

Die wissenschaftliche Musikpädagogik ist auf vielfältige Weise mit benachbarten Disziplinen vernetzt. Hinter dem Titel Rollenspiele verbergen sich 28 Grenzgänge in den Bereichen Musik und Bühne, Musikpädagogik als Wissenschaft sowie Musik und Popularität. Die wissenschaftlichen Beiträge dieses Bandes stammen sowohl von Autorinnen und Autoren des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der TU Dortmund als auch von namhaften auswärtigen Verfasserinnen und Verfassern. Sie alle bedanken sich damit bei Mechthild von Schoenebeck für ihr jahrelanges Wirken als Professorin am größten Schulmusik-Institut des Landes.
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Von Carl Dahlhaus zu Umberto Eco. Kontingenz in der Musikanalyse: Martin Geck

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Von Carl Dahlhaus zu Umberto Eco.Kontingenz in der Musikanalyse

Martin Geck

„Was bleibt denn von einem Gedanken, der bewiesen wird? Oder auch: Was von einem Traum, der gedeutet wird? Beim Traum ist das besonders kraß: Wenn es mir gelingt, einen Traum zu einem nicht ausrechenbaren Teil in Sprache wiederzugeben, ihn also festzuhalten, dann ist das schon eine zerstörerische Aktion. Aber wenn ich ihn dann auch noch, um ihn sozusagen zu verstehen, einer ihn deuten wollenden Sekundärsprache aussetze, dann ist er hin. Am liebsten würde ich sagen: Etwas Bewiesenes erlischt in dem Augenblick, in dem es bewiesen ist. Es fordert nur zum Jasagen auf.“1

Um Studienanfängern Arnold Schönbergs Zwölfton-Verfahren möglichst plastisch vorzuführen, habe ich während meiner Lehrtätigkeit gern das Lied Tot aus den Drei Liedern für tiefe Stimme, op. 48 gewählt. Denn schwerlich wird man eine Zwölftonkomposition finden, in der sich Urgestalt, Umkehrung, Krebsgestalt usw. der Reihe leichter auffinden ließen.

Während die Studenten nach getaner Arbeit dementsprechend zufrieden nach Hause gingen, hatte ich selbst ein schlechtes Gewissen. Denn ich dachte an Schönbergs Äußerung gegenüber seinem Freund, Schüler und Schwager Rudolf Kolisch aus dem Jahr 1932 angesichts eines weitaus schwierigeren Falles:

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