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Rollenspiele

Musikpädagogik zwischen Bühne, Popkultur und Wissenschaft- Festschrift für Mechthild von Schoenebeck zum 65. Geburtstag

Thomas Erlach and Burkhard Sauerwald

Die wissenschaftliche Musikpädagogik ist auf vielfältige Weise mit benachbarten Disziplinen vernetzt. Hinter dem Titel Rollenspiele verbergen sich 28 Grenzgänge in den Bereichen Musik und Bühne, Musikpädagogik als Wissenschaft sowie Musik und Popularität. Die wissenschaftlichen Beiträge dieses Bandes stammen sowohl von Autorinnen und Autoren des Instituts für Musik und Musikwissenschaft der TU Dortmund als auch von namhaften auswärtigen Verfasserinnen und Verfassern. Sie alle bedanken sich damit bei Mechthild von Schoenebeck für ihr jahrelanges Wirken als Professorin am größten Schulmusik-Institut des Landes.
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‚Chormeister‘ oder ‚Chorführer‘? Der Wandel des Chorleiterideals im bürgerlichen Männergesang der Weimarer Republik: Helmke Jan Keden

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‚Chormeister‘ oder ‚Chorführer‘?

Der Wandel des Chorleiterideals im bürgerlichen Männergesang der Weimarer Republik

Helmke Jan Keden

Wer die vorherrschende Situation des deutschen bürgerlichen Männergesangs unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg treffend umschreiben möchte, kommt kaum umhin, diese als katastrophal zu bezeichnen. Wie einschneidend die Stunde Null nach Kriegsende auf das Selbstverständnis vieler Sänger gewirkt haben muss, lässt sich beispielhaft am Zustand ihres größten Verbandes, des Deutschen Sängerbundes (DSB), veranschaulichen.

Dieser Sängerverband, der sich als Teil der Nationalbestrebungen auf dem Wege zur deutschen Einheit im Jahre 1862 in Coburg konstituierte, verstand sich seit seiner Gründung als Wegbereiter und Förderer der deutschen Einigungsbewegung. Und auch nachdem mit der Reichsgründung im Jahre 1871 dieser Wunsch Wirklichkeit geworden war, galt dem Verband fernab aller Tagespolitik weiterhin die Stärkung der nationalen Verbundenheit als vornehmliches Ziel, bis dieses in der Blütephase des Kaiserreiches immer mehr von einem gesteigerten Repräsentationsbedürfnis überlagert wurde. Jüngere Forschungen haben verdeutlicht, dass dieses gesteigerte künstlerische Anerkennungs- und Anspruchsstreben zumeist als Ausdruck eines sich emanzipierenden (Klein-)Bürgertums zu verstehen ist.1 Doch auch wenn man damals dieses ambitionierte Verhalten durch zahlreiche Bemühungen in der Chorpraxis zu rechtfertigen suchte, vermochte man zumeist nur wenig erfolgreich in Konkurrenz zu den anderen prosperierenden Feldern musikalischer (Hoch)Kultur zu treten.2

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