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Die Figur des Lesers im Kommunikationssystem der Spectateurs

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Michaela Fischer

Die Studie befasst sich mit den Spectateurs, den französischsprachigen Spectators oder auch Moralischen Wochenschriften und schafft einen Überblick über die bedeutendsten Produktionen. Der Fokus der Untersuchung liegt auf der Leserfigur und ihrer Funktion in den Texten sowie im übergeordneten Kontext sowohl der Gattung «Spectateur» als auch des Aufklärungszeitalters. Das Ziel der Arbeit besteht darin, die Bedeutung des Lesers und der Lektüre im Allgemeinen hervorzuheben und den Stellenwert der Spectateurs für die Lektüreentwicklung darzustellen. Ein eigens generiertes Kommunikationsmodell dient der Veranschaulichung der Beschaffenheit der Schriften und verdeutlicht die komplexen Kommunikationsstrukturen.
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2.1.2 Rezeptive Elemente

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Die englischen Vorläufer geben die besondere Charakteristik der Inszenierung der Verfasser- und zugleich auch Titelfigur vor. Der Verfasser und damit auch der (Haupt-)Erzähler wird meist im Titel genannt und eröffnet allein durch diesen Begriff dem Publikum ein breites Assoziationsfeld. Die Selbstdarstellung der Autorseite hat identitätsstiftende Funktion,546 welche dem Leser während der Rezeption Identifikationsmöglichkeiten eröffnet. Die spezifische Eigenart des engen Leserbezuges der Schriften begründet sich mitunter in der Auskleidung der auf textexterner sowie auf textinterner Ebene anzusiedelnden Zentralfigur. Dahingehend können drei Elemente herausgearbeitet werden, die das nahe Leserverhältnis zum Ausdruck bringen: zunächst die Selbstdarstellung der Verfassungsinstanz, weiters ihre Distanzierung von der eigenen Produktion und zum Schluss die charakteristische Einbindung von Leserbriefen.547 Im Folgenden werden die ersten beiden Aspekte anhand von Textpassagen aus den Übersetzungen betrachtet.

a. Selbststilisierung der Verfassungsinstanz

Die Spectateurs operieren in den die Verfassungsinstanz betreffenden Bereichen mit der Fiktion, wodurch sich die Nähe der Gattung zur Literatur bestätigt.

Die Anonymität wie auch die fiktive Maske brachten in dem Maße eine Entkoppelung in der Interaktion zwischen dem Schreibenden und dem Lesenden mit sich, als die Möglichkeit der persönlichen Zuschreibung sowohl auf Produktions- wie auch auf Rezeptionsseite unterbunden wurde.548

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