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Arbeitsmärkte im Wandel der Wirtschafts- und Sozialpolitik

Neue Herausforderungen und Chancen- Festschrift für Franz Egle

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Carl-Heinrich Esser

Nicht nur die Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes, auch seine Akteure und Akquiseformen ändern sich, Beschäftigungsverhältnisse sind einem dauernden Wandel unterworfen.
Die Beiträge dieses Bandes beleuchten verschiedene Gesichtspunkte des Arbeitsmarkts: Die Autorinnen und Autoren beschäftigen sich u.a. mit der Flexibilisierung des Arbeitskräfteeinsatzes, Arbeitnehmerüberlassung, mit drohendem Fachkräftemangel, dem Aufbau von Arbeitgebermarken und aktuellen Strategien des Human Ressource Managements. Der Erhalt qualifizierten Personals sowie Aspekte des lebenslangen Lernens sind ebenso thematisiert wie das Konzept des Diversity-Management und die Fragestellung, ob das sogenannte «Normalarbeitsverhältnis» noch die Wirklichkeit für die Beschäftigten darstellt und wie der Wandel hin zu atypischen Arbeits- und Beschäftigungsformen zu bewerten ist.
Die Abhängigkeit des Arbeitsmarktes von den Finanzmärkten wird – basierend auf Länder-Querschnittsdaten analysiert, indem auf Grundlage der Werte des «Finanzreform-Index» und der Beschäftigungsentwicklung ein Ländervergleich angestellt wird.
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Welchen Effekt hat die Finanzmarktregulierung auf die Beschäftigungsentwicklung nach Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007? Analysen basierend auf Länder-Querschnittsdaten

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Welchen Effekt hat die Finanzmarktregulierungauf die Beschäftigungsentwicklung nach Beginnder Finanzkrise im Jahr 2007?Analysen basierend auf Länder-Querschnittsdaten1

Tobias Hagen und Jana Leskov

Gegenstand dieser Arbeit ist die empirische Untersuchung der Auswirkungen der im Jahr 2007 begonnen Finanzkrise auf die Beschäftigungsentwicklung in 88 Ländern in Abhängigkeit von deren Finanzmarktliberalisierung. Als Datengrundlage verwenden wir zum einen den von Abiad et al. (2008) entwickelten „Finanzreform-Index” (Abk. FRI), der das Ausmaß der Liberalisierung von Finanzmärkten für 91 Länder im Zeitraum von 1973 bis 2005 misst; zum anderen werden makroökonomische Daten von der Weltbank für den Zeitraum von 2001 bis 2012 zugrundegelegt. Die Ergebnisvariable – definiert als „DreijahresWachstumsrate der Erwerbstätigenquote der Jahre 2008 bis 2010" – wird im Rahmen unserer Regressionsanalyse sowohl durch den FRI als auch durch weitere Variablen vor Beginn der Krise (2006) erklärt. Im Ergebnis der Analyse steht die Erkenntnis, dass der FRI einen negativen Effekt auf die Beschäftigungsentwicklung hatte. Damit fielen die Beschäftigungsverluste auf Seiten der Länder mit stärker liberalisierten Finanzmärkten deutlich höher aus, als in vergleichbaren Ländern mit stärker regulierten Finanzmärkten. Zwar bleibt die Analyse der zu diesem Ergebnis führenden, exakten Wirkungsmechanismen weiteren Studien vorbehalten, jedoch ist die Aufdeckung dieses Zusammenhangs ein starkes Indiz dafür, dass das Postulat positiver volkswirtschaftlicher Effekte der Finanzmarktliberalisierung nicht mehr ohne eine grundlegend kritische Hinterfragung aufrecht zu erhalten ist.

1. Finanzmarktliberalisierung: Paradigmenwechsel und „Lehren” aus...

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