Show Less
Restricted access

Das Experiment Blum

Die Volksfront in Frankreich und das Ende der Dritten Republik 1936 – 1940

Elisabeth Bokelmann

Soziale Unruhen und politische Ausschreitungen kennzeichnen in den frühen 1930er Jahren die Vorgänge in zahlreichen europäischen Staaten, darunter auch Frankreich. Nach einem blutigen Aufstand antiparlamentarischer Kräfte in Paris, der die Instabilität der republikanischen Ordnung aufzeigt, erklären sich die Parteien des Mitte-Links-Spektrums zu einem Zusammenschluss bereit und gewinnen nach einem engagiert geführten Wahlkampf das Mandat der Wähler. Als Ministerpräsident der Koalition des Front populaire fungiert der Sozialist Léon Blum, der es sich zur Aufgabe macht, überfällige Reformen zu realisieren. Sowohl innenpolitische Zwänge als auch die außenpolitische Bedrohung durch das nationalsozialistische Regime in Deutschland engen den Spielraum der Volksfront ein und tragen zum dramatischen Ende der Dritten Republik bei.
Show Summary Details
Restricted access

8. Die Widerstände

Extract



8.1. Die Pause

Im Winter 1936/37 zeigte sich, dass weder die Kaufkraftsteigerung noch die Abwertung die in sie gesetzten Hoffnungen auf Ankurbelung der Wirtschaft, Entlastung des Arbeitsmarktes und Rückführung des exportierten Kapitals erfüllen würde. Zwischen November 1936 und Februar 1937 waren die Goldreserven der Banque de France um 7 Milliarden Francs geschrumpft. Weder Appelle noch die Auflegung öffentlicher Anleihen zu günstigen Konditionen vermochten das „Vertrauen“ der Kapitaleigner zur Regierung Blum herzustellen. Darüber hinaus reklamierte die Arbeiterschaft zur Reduzierung der Arbeitslosenzahlen ein System öffentlicher Großprojekte, das, als vordringliche Maßnahme schon im Wahlkampf zugesagt, noch immer nicht angegangen worden war.

Damit drohten der Staatskasse weitere Belastungen. Ebenso ließ das geplante System einer flächendeckenden Altersversorgung neue Kosten für die Unternehmen erwarten, die sich unweigerlich in weiteren Preissteigerungen niederschlagen mussten.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.