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Der Kunsthändler als Intermediär

Eine institutionenökonomische Analyse von Markt und Marktteilnehmern

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Katharina Kurz

Der zeitgenössische Kunstmarkt erfährt durch die steigende Bedeutung von Kunst als Investitionsobjekt große Aufmerksamkeit. Gleichzeitig herrscht auf diesem intransparenten Markt jedoch ein Höchstmaß an Unsicherheit, wobei dem Kunsthändler eine besondere Rolle und Machtstellung zukommt. Die Beziehungen des Kunsthändlers zu Künstler und Sammler bilden den Ausgangspunkt dieser Arbeit, wobei ein umfassendes Modell der Machtverhältnisse zwischen den Akteuren im Distributionssystem entwickelt wird. Auf Basis der Neuen Institutionenökonomik werden Ansatzpunkte zur Beziehungsgestaltung zwischen Künstler und Kunsthändler gegeben und schließlich für den Künstler konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Die Ergebnisse werden durch knapp fünfzig Interviews mit Künstlern, Galeristen und Sammlern in den USA und in Deutschland untermauert.
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1 Einführung in die Arbeit

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„(…) [Marcel] Duchamp said that there are three parts to art: there is the viewer, the artist and the artwork. But he was wrong, because the fourth part of art is the gallerist.“1

Der Markt für zeitgenössische Kunst2 ist heute bedeutender denn je und hat sich zu einem gesellschaftlichen Phänomen mit stetig steigender Nachfrage entwickelt. Wurden früher hohe Beträge nur für Gemälde von Künstlern gezahlt, deren Beitrag und Wert in der Kunstgeschichte bereits fest etabliert waren und die deshalb oftmals erst posthum zu Ruhm und Ehre gelangten, werden heute bereits spektakuläre Summen für Werke vergleichsweise junger Künstler ausgegeben.3 Auch die Käuferschicht hat sich geändert und vor allem auch vergrößert, denn zeitgenössische Kunst ist mittlerweile zu einer spekulativen Investitionsart geworden, die Finanzinvestoren genauso anzieht wie Kunstliebhaber.4 Einzelne spektakuläre Renditen, wie z.B. die Auktion eines Gemäldes des deutschen Künstlers Gerhard Richter im Jahre 2012, das ihn zum teuersten lebenden Künstler krönte, ziehen immer mehr Aufmerksamkeit und somit auch neue Nachfrager an.5 Waren es in den 60er und 70er Jahren noch ← 1 | 2 → vergleichsweise wenige Sammler, die sich ernsthaft für Gegenwartskunst interessierten, ist es heutzutage weltweit eine Vielzahl.6 Und auch Banken haben Kunst längst in ihr Portfolio übernommen: Sie unterhalten eigene Sammlungen, veröffentlichen Kunstmarkt-Newsletter, unterstützen Ausstellungen und große Kunstmessen durch Sponsoring und beraten ihre Klientel, welche Künstler sich wohl als Wertanlage empfehlen.7 Doch Kunst ist...

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