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Der Kunsthändler als Intermediär

Eine institutionenökonomische Analyse von Markt und Marktteilnehmern

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Katharina Kurz

Der zeitgenössische Kunstmarkt erfährt durch die steigende Bedeutung von Kunst als Investitionsobjekt große Aufmerksamkeit. Gleichzeitig herrscht auf diesem intransparenten Markt jedoch ein Höchstmaß an Unsicherheit, wobei dem Kunsthändler eine besondere Rolle und Machtstellung zukommt. Die Beziehungen des Kunsthändlers zu Künstler und Sammler bilden den Ausgangspunkt dieser Arbeit, wobei ein umfassendes Modell der Machtverhältnisse zwischen den Akteuren im Distributionssystem entwickelt wird. Auf Basis der Neuen Institutionenökonomik werden Ansatzpunkte zur Beziehungsgestaltung zwischen Künstler und Kunsthändler gegeben und schließlich für den Künstler konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet. Die Ergebnisse werden durch knapp fünfzig Interviews mit Künstlern, Galeristen und Sammlern in den USA und in Deutschland untermauert.
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4 Vergleich des Kunsthandels mit ähnlichen Distributionssystemen

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Nachdem in den vorherigen Kapiteln die wissenschaftstheoretischen und begrifflich-konzeptionellen Grundlagen dieser Arbeit gelegt wurden, setzt sich dieses Kapitel nun konkret mit der Distribution auf dem Kunstmarkt auseinander. Hierzu sollen das Distributionssystem, und dabei insbesondere das Beziehungsgefüge zwischen Händler, Künstler und Sammler mit verwandten, relevanten Märkten verglichen werden, um so die Besonderheiten des Kunstmarktes herauszuarbeiten. Dafür stellt sich zunächst die Frage, mit welchen anderen Märkten oder Distributionssystemen der Kunstmarkt sinnvoll verglichen werden kann. Die für den Vergleich heranzuziehenden Kriterien werden schließlich aus der Distributionsliteratur abgeleitet und auf die definierten Märkte angewandt. Dies soll auf Basis des im zweiten Kapitel erläuterten Hypothesengebäudes der NIÖ erfolgen.

Bei einem Vergleich von Distributionssystemen gilt es zunächst, adäquate Märkte für eine vergleichende Betrachtung zu finden, um so einen größtmöglichen Erkenntnisgewinn zu ermöglichen. Adäquat bedeutet demnach, dass die selektierten Distributionssysteme Parallelen aufweisen sollten, beispielsweise hinsichtlich Produkteigenschaften, Strukturen, Intermediären oder Nachfragerverhalten. Für den Kunstmarkt kann man sich dieser Frage aus verschiedenen Richtungen nähern. Betrachtet man zuerst die Nachfragerseite, wird eine erste starke Parallele zum Luxusmarkt deutlich: Kunstsammler sind aufgrund der hohen Preise von Kunstwerken in der Regel in höheren Einkommensklassen zu finden. Die sogenannten High Net Worth Individuals (HNWI)317 weltweit investieren bereits einen großen Teil ihrer „Investments of Passion“ in Kunst, d.h. „leidenschaftliche“ Investitionen ← 85 | 86 → abseits der klassischen Finanzmarktprodukte, in Hobbys oder Interessengebiete.318 Mit einem Anteil von 22% ist...

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