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Familiennamen zwischen Maas und Rhein

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Edited By Peter Gilles, Cristian Kollmann and Claire Muller

Die Familiennamen im Gebiet zwischen den Flüssen Maas und Rhein stellen infolge der komplexen politisch-historischen Grenzziehungen und durch ihre Lage in der Kontaktzone zwischen Germania und Romania eine besonders vielfältige Quelle für die Namenforschung dar. Der Band umfasst komparative und systematische Beiträge zu den Familiennamenlandschaften in den Grenzregionen von Luxemburg, Belgien, Deutschland und Frankreich, die aus sprachhistorischen, kontaktlinguistischen und kartographischen Perspektiven beleuchtet werden. Diese Artikelsammlung richtet sich damit sowohl an Sprachhistoriker wie auch an Kulturhistoriker.
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Das ‚Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘ Möglichkeiten und Ziele am Beispiel regionaler Namen

← 208 | 209 → Das ‚Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘ Möglichkeiten und Ziele am Beispiel regionaler Namen

Fabian Fahlbusch, Rita Heuser

Abstract

Viele Familiennamen aus Deutschland sind in keinem Namenbuch erfasst. Vor allem seltene, regionale Namen sucht man meist vergebens. Für deren Deutung müssen häufig viele Nachschlagewerke und Einzelstudien konsultiert werden, bis aus den widersprüchlichen Angaben ein plausibles Bild entsteht. Diese Mängel machen ein neues Familiennamenwörterbuch dringend erforderlich, welches die bisherigen Erkenntnisse vereint, teilweise korrigiert und auch revidiert. Zudem sind viele bislang unerforschte Namen erstmals in ein Nachschlagewerk aufzunehmen. Der Beitrag stellt die Notwendigkeit eines modernen digitalen Familiennamenwörterbuchs heraus und präsentiert das Projekt ‚Digitales Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘. Die Möglichkeiten und Ziele eines solchen Lexikons sollen am Beispiel von regionalen Namen mit besonderer Berücksichtigung der Grenzregion Niederlande – Belgien – Luxemburg – Frankreich – Deutschland ausführlich erläutert werden.

1 Die verfügbaren Namenbücher für Deutschland

Der größte Teil der Familiennamen in Deutschland ist lexikographisch nicht erfasst. Aus den Festnetz-Telefonanschlüssen der Deutschen Telekom des Jahres 2005 ergeben sich nach Abzug der Bindestrich-Doppelnamen rund 850.000 unterschiedliche Familiennamen. Das aktuellste Wörterbuch (Duden Familiennamen 2005; Datenbasis von 1997) umfasst 20.000 Familiennamen, was gerade einmal rund 2,4 % des Gesamtinventars entspricht. Das umfangreichste Nachschlagewerk (Gottschald 2006; letzte Neubearbeitung von 1932) verzeichnet rund 70.000 Familiennamen, das sind etwa 8,2 % des Gesamtinventars. Besonders prekär stellt sich die Lage bei den niedrigfrequenten, meist regionalen wie auch den fremdsprachigen Namen insgesamt dar. Wenn überhaupt, werden sie nur in einigen wenigen Wörterbüchern aufgeführt. Ihre Etymologien muss man dann mühsam aus verschiedenen Einzelstudien heraussuchen und die sich oftmals widersprechenden Erklärungen gegeneinander abwägen. Konkret zieht dies folgende Herausforderungen bei der Namendeutung nach sich:

• Für eine einzelne Deutung muss man mindestens sechs Standardwerke konsultieren, nämlich Bahlow 2005, Brechenmacher 1957–63, Duden Familiennamen 2005, Gottschald 2006, Naumann 2007 und Zoder 1968.

• Dabei sind manche der genannten Namenbücher veraltet, widersprüchlich, regional begrenzt (Zoder 1968 etwa beschränkt sich auf Ostfalen) und oft wenig benutzerfreundlich (den mit 914 Telefonanschlüssen nicht gerade seltenen Familiennamen Robert findet man etwa bei Gottschald 2006 unter dem Eintrag HROD, der insgesamt 758 einzelne Namen umfasst, darunter so verschiedene wie Gruhl, Krupp, Rhode oder Riedel).

← 209 | 210 → • Die Deutungen berücksichtigen vielfach nicht den gegenwärtigen Stand der Forschung, etwa der Familiennamengeographie. Sie sind daher oft nicht mehr haltbar oder unzureichend gewichtet. So wird Schillo zu sorbisch šylo ‚Pfriem‘ gestellt (Gottschald 2006, 433). Seine Verbreitung im Saarland und in der Südpfalz legt jedoch einen Zusammenhang mit dem französischen Patronym Gillot (zum Rufnamen Ägidius plus Diminutivendung -ot) nahe.

• Nicht immer sind alle Bedeutungskonkurrenzen mehrdeutiger Familiennamen in einem Namenbuch vollumfänglich erfasst.

Die Etymologisierung von Familiennamen gerät folglich zu einem sehr zeitaufwendigen und gerade bei seltenen Namen auch häufig erfolglosen Unterfangen. Stets muss man dafür die notwendige Literatur zur Hand haben und abweichende oder widersprüchliche Deutungen aus fachlicher Perspektive bewerten. Interessierte Laien können die genannten erforderlichen Schritte zu einer fundierten Namendeutung kaum selbst leisten. Nicht nur für sie fehlt ein umfassendes, gut zugängliches, einfach zu benutzendes Familiennamenwörterbuch. Daraus ergeben sich spezielle Anforderungen an das ‚Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘, die bei der Erarbeitung berücksichtigt werden müssen:

• Zunächst ist die Zusammenstellung und kritische Neubewertung der Deutungen in den Standardwerken zu leisten. Die Bedeutungskonkurrenzen müssen auf ihre Wahrscheinlichkeit hin überprüft und dementsprechend angeordnet, teilweise auch erweitert und genauer erläutert werden. Nicht zutreffende Etymologien kennzeichnen wir eigens als solche, sich neu anbietende prüfen wir eingehend und fügen sie ggf. hinzu.

• Notwendig ist auch die systematische Nutzung und Auswertung der anthroponomastischen Literatur, was zum Aufbau einer entsprechenden Bibliothek führt. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die wichtigsten überregionalen Standardnachschlagewerke, sondern auch und vor allem die zahlreichen kleinräumigen, regionalen Untersuchungen, die oftmals nur unter großem Aufwand zugänglich sind.

• Da ein beachtlicher Teil der Familiennamen in Deutschland fremdsprachige Wurzeln besitzt, ziehen wir die Namenlexika der Nachbarländer sowie die im Internet verfügbaren Kartierungsprogramme (z.B. www.meertens.knaw.nl / für die Niederlande; lfa.uni.lu für Luxemburg; www.gen-evolu.de für die historische Verbreitung vor 1945) heran. Unabdingbar ist dies für die sichere Etymologisierung vieler regionaler Familiennamen in den Grenzregionen.

Auch in anderen europäischen Ländern hat man die Notwendigkeit moderner Nachschlagewerke für Familiennamen erkannt: In Österreich wurde ein digitales Familiennamenwörterbuch (‚Familiennamen Österreichs (FamOS)‘) begonnen, das sich anfänglich vor allem mit regionalen Namen beschäftigt. Eine Testversion ist bereits online.1 Das Projekt ← 210 | 211 → ‚Luxemburger Familiennamenatlas (LFA)‘ steht vor der Drucklegung und bietet nun auch die Möglichkeit, einen oder mehrere Namen im Großherzogtum sowie angrenzenden Nachbarländern zu kartieren.2 In Planung befindet sich ein ähnliches Projekt zu den Familiennamen Großbritanniens (‚Family Names of the United Kingdom (FaNUK)‘). Die Homepage des Meertens-Instituts stellt eine umfassende Datenbank der niederländischen Familiennamen mit Kartierungsmöglichkeit bereit.3

2 Das ‚Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘

Im Herbst 2011 hat die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz das ‚Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘ als Langzeitprojekt angenommen. Während einer Laufzeit von 24 Jahren sollen mehr als 250.000 Namenartikel zuverlässig erarbeitet werden. Mit der Erfassung aller Familiennamen über 10 Tokens (= Telefonanschlüsse) und der Einbeziehung ihrer niedrigfrequenten Varianten auch unter 10 Tokens gelingt es, einen Großteil des rezenten Familiennamenbestandes in Deutschland abzudecken. Besonders bei Namen mittlerer bis niedriger Frequenz ist mit einer sehr hohen Zahl an Ersteinträgen, Neu- bzw. Erstdeutungen zu rechnen. Das im Internet kostenfrei zugängliche ‚Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘ soll benutzerfreundlich aufgebaut sein und sich am bekannten Aufbau eines Wikipedia-Artikels anlehnen. Die in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt und der Digitalen Akademie entwickelte XML-Textstruktur gewährleistet dabei eine Langzeitarchivierung der Datensätze. Eine ideale Benutzeroberfläche kann allerdings erst nach einer kritischen Testphase entwickelt und online gestellt werden. Folgende Inhalte soll ein Namenartikel umfassen:

• Lemmaeintrag (= Familienname) + Tokenangabe (= Telefonanschlüsse), z.B. Meyer 83.586. Optional werden zusätzlich der Rang (hier: 6) unter den häufigsten Familiennamen Deutschlands angegeben sowie eine Audiodatei zur Aussprache eingebunden, sollte diese unklar sein.

• Angaben zu Sprache, Herkunftsland/-ländern bzw. -region(en).

• Die Bedeutung erörtern wir ausführlich bei der Hauptvariante, also der häufigsten bzw. typischsten Namenform. Bei Nebenvarianten steht ein Verweis auf diesen Haupteintrag. Bedeutungskonkurrenzen werden nach Wahrscheinlichkeit geordnet, ggf. auch als unsicher, nur in Einzelfällen zutreffend oder als weitgehend auszuschließen eingestuft.

• Die geographische Verteilung des einzelnen Familiennamens dokumentiert eine herunterladbare Namenkarte im PDF-Format. Aus Datenschutzgründen ist diese allerdings erst ab einer Frequenz von mindestens 10 Tokens möglich. Zur Stützung einer bestimmten Deutung können hier auch Kombinations- oder Ausschnittkarten und ein kurzer Kommentar beigefügt werden.

← 211 | 212 → • Hinweise zu Vorkommen der Namen außerhalb der Bundesrepublik beziehen wir dann ein, wenn sie im Ausland eine höhere Tokenzahl als in Deutschland selbst aufweisen und/oder die Ergebnisse für die Namendeutung relevant sind. Bei ausschließlich in Grenzregionen verbreiteten Namen erfolgen diese Angaben grundsätzlich für die benachbarten Länder, um grenzüberschreitende Namenlandschaften aufzeigen zu können.

• Häufige Schreibvarianten werden, sofern vorhanden, aufgeführt, ebenso die Originalschreibung in den Herkunftsländern.

• Ausgewählte Literaturangaben beziehen sich auf die wichtigsten Nachschlagewerke und interessante weiterführende Titel.

• Weblinks verweisen auf im Internet zur Verfügung stehende Literatur, Nachschlagewerke und Kartierungsprogramme, im Idealfall auch auf weitere digitale Familiennamenwörterbücher (s.o.).

• Eine sinnvolle Erweiterung stellen die Angaben zu historischen Belegen und Schreibweisen dar, welche die Namendeutung stützen.

• Über die sprachliche Interpretation eines Namens hinaus werden Zusatzinformationen geboten, z.B. zu besonderen kulturgeschichtlichen Hintergründen, Namensystemen anderer Kulturen oder bestimmten Namentypen (Lallnamen etc.). Hierfür können wir sogenannte Infokästen mitgeben.

• Sämtlichen Namen sind Schlagworte zugeordnet, z.B. zu Motivgruppen (Herkunftsname, Patronym etc.), sprachlicher Herkunft (germanisch, slawisch etc.), morphologischer Struktur (Simplizia, Komposita etc.), die eine schnelle Suche mit großer Ergebnismenge ermöglichen.

Parallel zu den einzelnen Namenartikeln führen wir im Hintergrund ein datenbankgestütztes Redaktionssystem, in dem die jeweils angestellten Recherchen dokumentiert werden. Außerdem notieren wir hier, ob es sich um einen Ersteintrag bzw. eine Neu- oder Erstdeutung handelt. Mithilfe dieser Angaben kann die Zahl nicht oder falsch gedeuteter Namen erstmals statistisch erfasst und damit ein aufschlussreicher Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte geleistet werden.

3 Fehl- und Neudeutungen regionaler Familiennamen

Bei regional verbreiteten, seltenen Namen ist die Beleglage in den vorhandenen Wörterbüchern besonders dürftig. Viele müssen nicht nur erstmalig in ein überregionales Namenlexikon aufgenommen, sondern auch zum ersten Mal überhaupt gedeutet werden. Als sehr bedeutsam für die Etymologisierung erweist sich die Auswertung der Namenverbreitung, ein Verfahren, das bisher nur unzureichend genutzt worden ist. Die folgenden Beispiele sollen dies verdeutlichen und zugleich die Probleme bei der Deutung an sich illustrieren. Alle ausgewählten Namen treten fast ausschließlich in der Grenzregion Niederlande – Belgien – Luxemburg – Frankreich – Deutschland auf. Ein weiteres Kriterium war, dass sie sich in keinem der oben genannten Standardnamenbücher finden ← 212 | 213 → bzw. dort nicht exakt gedeutet werden. Ihre Frequenz sollte im unteren bis mittleren Bereich liegen.4 Eine besondere Schwierigkeit im südlichen westmitteldeutschen Raum stellt das weitgehende Fehlen historischer Namenbücher für diese Region dar (vgl. DFA I, LXXV), eine Lücke, die erst in den kommenden Jahren mit Arbeiten des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz5 zumindest teilweise geschlossen werden wird.

3.1 Revision von Fehldeutungen für Namen deutscher Herkunft

Einige etwas häufigere regionale Namen haben auch einen Eintrag in zumindest einem der sechs Standardwerke. Allerdings sind diese Deutungen nicht immer zuverlässig und müssen kritisch hinterfragt werden. Gerade in Grenzregionen bleibt der Blick in fremdsprachige Lexika unerlässlich; er führt oft zu einer Revision offensichtlich falscher oder wenig wahrscheinlicher Etymologien.

Bi(e)wer. Als Beispiel für eine unzutreffende Einordnung darf der Familienname Bi(e)wer (314 bzw. 152 Tokens) gelten. Gottschald 2006, 116 stellt Biwer zum Nagetier Biber – allerdings ohne nähere Angaben zum Benennungsmotiv. Zoder 1968 I, 244 führt darüber hinaus unter Biewer eine gleichnamige Wüstung bei Magdeburg an. Die anderen Standardwerke verzeichnen ihn gar nicht. Fündig wird man hingegen bei Debrabandere 2003, 131 und Germain/Herbillon 2007, 169. Sie geben die luxemburgische Gemeinde Biwer als Ursprungsort an und deuten die entsprechenden Familiennamen als Herkunftsnamen. Das Kartenbild bestätigt ihre Einschätzung: Der Name konzentriert sich an der Landesgrenze zwischen Trier und Saarbrücken. Auf deutscher Seite kommt damit auch der heutige Trierer Stadtteil Biewer in Frage; die von Zoder angeführte Wüstung in Sachsen-Anhalt jedoch auf keinen Fall. Bei einer derart konzentrierten Verbreitung um gleichnamige Ursprungsorte kann ein indirekter Berufsname für den Biberjäger, den Biberfellhändler oder den Hersteller und Verkäufer von Bibergeil, einem Sekret aus den Schwanzdrüsen des Tieres, ebenfalls weitgehend ausgeschlossen werden. In Luxemburg lauten 51 Telefonanschlüsse auf Biewer, 114 auf Biwer und 13 auf Biewers. Die in Deutschland mit 6 Tokens nur selten vertretene Variante Biver gibt es im Großherzogtum insgesamt 205 mal.6

Kartentyp: absolut; Ausschnitt Moselraum; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–23 Tokens; Flächen pro zweistellige PLZ, Anzeigeschwelle 15 Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

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Karte 1: Verbreitung des Familiennamens Biewer mit Varianten

Frauenkron. Frauenkron wird einzig von Gottschald 2006, 189 verzeichnet, allerdings nur die nicht (mehr?) existierende Schreibvariante Frauenkrohn. Wiederum gibt er keine Bedeutung an; die Einordnung unter dem Stichwort Frau lässt aber auf einen Übernamen schließen. So sehen es auch Debrabandere 2003, 478 (“Frauenkron […]: vrouwenkroon”) und Germain/Herbillon 2007, 442 (“Frauenkrone […]: couronne des dames”). In diesem Fall führen sie jedoch nicht zur richtigen Lösung, denn die konzentrierte Verbreitung des Namens in der Eifel weist ganz klar auf einen Herkunftsnamen hin. Und zwar zum gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Dahlem in der Nordeifel. Der Familienname (116 Tokens) bildet ein Nest im direkt benachbarten PLZ 53940 Hellenthal mit 28 Tokens. Auf der anderen Seite der Grenze ballen sich die 28 Namenträger im deutschsprachigen Teil Belgiens (www.familienaam.be; 21.06.2012).

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Karte 2: Verbreitung des Familiennamens Frauenkron

Kartentyp: absolut; Ausschnitt Rheinland; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–28 Tokens; Flächen pro zweistellige PLZ, Anzeigeschwelle 10 Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

3.2 Neudeutung von in Namenbüchern nicht belegten Namen deutscher Herkunft

Viele deutsche Familiennamen, die nicht einmal äußerst selten sein müssen (das folgende Beispiel Fixemer etwa kommt hochgerechnet auf rund 314 Namenträger)7, tauchen in keinem der sechs Standardwerke auf. Daher rühren auch die vielen an die Mainzer Namenforschergruppe gerichteten privaten Namenanfragen. Meist handelt es sich um regionale Familiennamen oder Schreibvarianten häufigerer Namen, deren Deutung allzu oft einige Herausforderungen bereithält.

← 215 | 216 → Fixemer. Dieser Familienname findet sich weder in den konsultierten deutschen noch in den einschlägigen fremdsprachigen Wörterbüchern.

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Karte 3: Verbreitung des Familiennamens Fixemer

Ein interessierter Laie käme an dieser Stelle bei der Suche nach der Bedeutung seines Namens nicht weiter. Dabei ist die Lösung eigentlich naheliegend. Die 112 Telefonanschlüsse treten gehäuft im Saarland auf (die 24 Tokens der synkopierten Variante Fixmer sind in Süddeutschland verstreut). Wie die kleinräumige Verbreitung bereits nahelegt, handelt es sich um einen Herkunftsnamen. Den Ursprungsort bildet die französische Gemeinde Fixem im Département Moselle, nordöstlich von Thionville. Gerade in Siedlungsnamen wird das Endglied -heim oft zu -em verschliffen. Die teilweise nur dialektal erfolgte Auflösung der Kompositionsfuge ist dann in die Familiennamen übernommen worden (vgl. DFA III, 626–629).

← 216 | 217 → Kartentyp: absolut; Ausschnitt Saarland; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–16 Tokens; Flächen pro zweistellige PLZ, Anzeigeschwelle 5 Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

Erang. Auch bei Erang, mit lediglich 30 Telefonanschlüssen ungleich seltener als Fixemer, handelt es sich um einen Herkunftsnamen. Und zwar zu Ehrang, einem heutigen Stadtteil von Trier.

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Karte 4: Verbreitung des Familiennamens Erang

Die Konzentration des Familiennamens im kleinen Radius um den Ursprungsort in Konz (10 Tokens) und Trier selbst (8 Tokens) lässt keinen anderen Schluss zu. Große Städte, wie z.B. Nürnberg, strahlen deutlich weiter. Entsprechende Familiennamen finden sich dann selbstverständlich auch in den Standardwerken, Erang hingegen nicht.

Kartentyp: absolut; Ausschnitt Moselraum; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–10 Tokens; Flächen pro dreistellige PLZ, Anzeigeschwelle 5 Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

← 217 | 218 → Juchmes. Die Familiennamengeographie hilft oft beim Aufspüren niedrigfrequenter Varianten von häufigeren Familiennamen und trägt damit entscheidend zu deren Etymologisierung bei. Für das ‚Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘ erarbeiten wir stets ganze Namenstrecken, um bspw. alle Familiennamen zu ermitteln, die aus dem Rufnamen Joachim entstanden sind.

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Karte 5: Verbreitung des Familiennamens Juchem mit Varianten

Eine solche, auf den ersten Blick nur schwer erkennbare verkürzte regionale Variante stellt auch Juchmes dar. Mit 47 Tokens vor allem in und um Prüm beheimatet, können wir sie zum starken patronymischen Genitiv Juchems oder zu Juchem selbst (134 bzw. 479 Tokens) stellen, die etwas weiträumiger verbreitet sind, und eine m-Metathese vermuten. Auch Debrabandere 2003, 657 vertritt diese Auffassung. Juchem und Juchems werden in einigen Standardwerken gelistet, z.B. bei Bahlow 2005, 267, und stützen so die Deutung von Juchmes. Da in Luxemburg auch die Variante Juchemes (10 Tokens) vorkommt, geht der LFA von einer erschlossenen Form Juchemus als ‚partieller‘ Latinisierung von Juchem aus und sieht in Juchmes eine Synkope aus Juchemes.

Kartentyp: relativ; Ausschnitt Moselraum; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 0,01–10,72 ‰; Flächen pro zweistellige PLZ, Anzeigeschwelle 0,05 ‰; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

← 218 | 219 → 3.3 Neudeutung von in Namenbüchern nicht belegten Namen fremder Herkunft

Obwohl Familiennamen nichtdeutscher Herkunft einen wesentlichen Bestandteil der Namenlandschaft in der Bundesrepublik bilden, fanden sie bislang kaum Aufnahme in Familiennamenwörterbücher. Dies betrifft sowohl die jüngst eingewanderten (türkisch, griechisch etc.) als auch die aufgrund historischer Migrationsbewegungen zu uns gekommenen und weitgehend eingedeutschten Familiennamen (Dumont, Schimanski u.a.). Im Folgenden wollen wir einige solcher Fälle betrachten, die in den Telefonbucheinträgen fast ausschließlich einheimische Rufnamen aufweisen und daher auch als “deutsche” Familiennamen gelten dürfen, unabhängig von ihren eigentlichen Ursprüngen.

Arimond. Die deutschen Standardnachschlagewerke helfen nun gar nicht mehr weiter. Beim Familiennamen Arimond, der sich in dieser Schreibweise nur in der Bundesrepublik findet (44 Tokens), liefern Debrabandere 2003, 302 und Germain/Herbillon 2007, 133 Anhaltspunkte für die Deutung als Herkunftsname. Genauer gesagt zum Siedlungsnamen Arimont bei Malmedy in der belgischen Provinz Lüttich, was sich durch die Kartierung erhärten lässt. Die Varianten Arimont und Darimont treten in Deutschland mit 33 bzw. 64 Telefonanschlüssen auf, ganze 161 bzw. 583 Namenträger gab es 1998 in Belgien (www.familienaam.be; 21.06.2012).

Kartentyp: absolut; Ausschnitt Rheinland; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–20 Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

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Karte 6: Verbreitung der Familiennamen Arimond/Arimont/Darimont

← 219 | 220 → Musti. Wiederum liegt ein Herkunftsname vor. Debrabandere 2003, 879 und Germain/Herbillon 2007, 748 stellen ihn zu den häufigen Siedlungsnamen Moutier(s), Moustier(s), Mousty (zu französisch moutier ‚Münster, Kirche‘) in Frankreich und Belgien. Dort sind daraus zahlreiche Familiennamen entstanden wie Moustier 111/104, Mousty 60/150, Moustie 32/92, Musty 9/45 (jeweils zuerst Anzahl der Geburten in Frankreich zwischen 1891 und 1915 nach www.geopatronyme.com, dann die Anzahl der Namenträger 1998 in Belgien nach www.familienaam.be; jeweils 21.06.2012). In Deutschland erscheint nur die Variante Musti mit 17 Tokens etwas häufiger. Konzentriert in und um Konz kommen als Ursprung der Siedlungsname Moutiers (Lothringen) oder entsprechende Örtlichkeitsnamen in der Wallonie (z.B. Moustî bei Malmedy) in Frage.

Kartentyp: absolut; Ausschnitt Moselraum; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–3 Tokens; Flächen pro dreistellige PLZ; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

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Karte 7: Verbreitung des Familiennamens Musti

← 220 | 221 → Permesang. Die folgenden drei Beispiele geben Rätsel auf, welche vorerst nicht endgültig gelöst werden können. Stattdessen wollen wir mit aller gebotenen Zurückhaltung einige Vermutungen aufstellen. Es zeigt sich, welche Schwierigkeiten mitunter die Ermittlung der Etymologie von niedrigfrequenten, regional begrenzt vorkommenden Familiennamen bereitet. Hier ist noch viel Forschungsarbeit zu leisten, auch und vor allem unter Beteiligung von Fachleuten anderer Disziplinen bzw. Sprachen. Gerade die Offenheit eines Online-Lexikons erlaubt zunächst die Veröffentlichung von Deutungshypothesen unter Vorbehalt sowie deren anschließende Bestätigung oder Korrektur durch gemeinsamen fächerübergreifenden Austausch mit Familienforschern, Historikern etc.

Bei Permesang (38 Tokens) gehen wir im Anschluss an Debrabandere 2003, 944 von einer eingedeutschten Variante des belgischen Herkunftsnamens Permesaen (7 Einwohner; www.familienaam.be; 21.06.2012) zur oberitalienischen Stadt Parma aus. Die Schreibung -ang zeigt eine für den Südwesten Deutschlands typische Anpassung nasalierter Vokale am Wortende, vgl. auch die aus dem Französischen eingedeutschten Namen Dussing (< Toussaint, Übername zum religiösen Fest ‚Allerheiligen‘), Lorang (< Laurent, Patronym zum gleichlautenden französischen Rufnamen) oder Wehrung (< Véron, Herkunftsname zum gleichlautenden Siedlungsnamen im Burgund; vgl. Hartig/Schwanke 2009, 468 sowie Heuser 2011, 359f., 366 mit Karte 6).

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Karte 8: Verbreitung des Familiennamens Permesang

← 221 | 222 → Kartentyp: absolut; Ausschnitt Moselraum; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–11 Tokens; Flächen pro dreistellige PLZ, Anzeigeschwelle 3 Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

Biwersi/Biniwersi. Mit Biwersi und Biniwersi (25 bzw. 8 Tokens) haben wir eventuell Herkunftsnamen zum Siedlungsnamen Bévercé vorliegen, einem Stadtteil von Malmedy in der belgischen Provinz Lüttich. Darauf deuten zumindest historische Schreibweisen dieser Familiennamen wie Biverze 1725, Biverzi 1780 oder Binversie 1813 hin: Ägidius Biverze wurde 1725 in der Eifelgemeinde Dudeldorf geboren. Sein Enkelsohn John schreibt sich dann zum ersten Mal Biwersi.8 Zur endgültigen Klärung der Etymologie sind aber noch weitere, vor allem frühere Namengleichungen notwendig.

Kartentyp: relativ; Ausschnitt Moselraum; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 0,03–6,16 ‰ Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

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Karte 9: Verbreitung der Familiennamen Biwersi/Biniwersi

← 222 | 223 → Bitzigeio. Beim Familiennamen Bitzigeio (24 Tokens) könnte es sich um eine eingedeutschte Form des italienischen Übernamens Pizzigallo (‚Schmetterling‘) für einen flatterhaften Menschen handeln. Italienische Einwanderung in die Rheinlande und den Trierer Raum ist seit dem 17. Jh. belegt (vgl. Brendler 2009, 444f., 452f. sowie Dräger 2011, 333f.). Zur abschließenden Deutung des Namens dürfte die Aufarbeitung dieser historischen Migrationsbewegungen und genealogischer Hinweise mehr Aufschluss geben.

Kartentyp: absolut; Ausschnitt Moselraum; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–4 Tokens; Flächen pro zweistellige PLZ, Anzeigeschwelle 3 Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

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Karte 10: Verbreitung des Familiennamens Bitzigeio

4 Auswertungsmöglichkeiten

Durch das ‚Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘ können Familiennamen nicht nur für weitergehende oder regionale Fragestellungen der Onomastik, sondern auch als eine wertvolle Quelle für Nachbardisziplinen wie die Kulturanthropologie, die ← 223 | 224 → Mentalitäts- und Migrationsforschung nutzbar gemacht werden. Spezifische Suchmöglichkeiten sowie Schlagworte erlauben etwa, die Namen nach Motivgruppen (Berufsname, Herkunftsname etc.), Berufsfeldern (Bäcker, Schmied etc.) oder nach sprachlicher Herkunft (germanisch, slawisch etc.) zu gruppieren. Dies eröffnet die Möglichkeit, erstmals den genauen Anteil der fünf Motivgruppen (Patronyme, Berufs-, Herkunfts-, Wohnstätten- und Übernamen) am Gesamtinventar aller Familiennamen Deutschlands zu bestimmen oder sämtliche Patronyme, die sich aus einem einzelnen Rufnamen ableiten (z.B. aus Ägidius: Gilles, Gillot, Ilg, Schiltz etc.), zu ermitteln. Diese können folglich die Gesamtverbreitung eines Rufnamens im Mittelalter, aber auch die regionale Verteilung bestimmter Kurzformen und Varianten erhellen. Besonders Zentren von Heiligenverehrung lassen sich anhand regional typischer Patronyme lokalisieren. So zeigt die Karte der aus dem Heiligennamen Pirminius abgeleiteten Familiennamen Pfirrmann (459 Tokens), Pfirmann (91 Tokens) sowie Pirmann (76 Tokens) eine markante, auf die südliche Pfalz beschränkte Verbreitung. Dies erklärt sich vor allem mit dem Wirkungsgebiet und der Grablege des Heiligen im Kloster Hornbach bei Pirmasens, dessen Name ebenfalls auf Pirminius zurückgeführt wird (vgl. Duden Geographische Namen 1999, 228).

Kartentyp: absolut; Ausschnitt südliche Pfalz; Kreise pro fünfstellige PLZ, Kreisgröße 5–50, entspricht 1–113 Tokens; Tokenangaben beziehen sich auf Gesamtdeutschland.

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Karte 11: Verbreitung der Familiennamen Pfirrmann, Pfirmann, Pirmann

← 224 | 225 → Migrationsbewegungen spiegeln sich in der Verbreitung eingedeutschter Varianten wider, etwa in der Häufung der Namen Gillo, Gillot, Giloth, Schillo (alle zum französischen Patronym Gillot) in Südwestdeutschland. Konkrete Hinweise auf Einwanderung und Herkunftsgebiete geben vor allem die aus fremdsprachigen Siedlungsnamen (z.B. Arimont) abgeleiteten Familiennamen. Die Suchfunktionen unserer Datenbank erlauben hier, das Variantenspektrum eines Herkunftsnamens und dessen Verbreitungsraum vollständig zu erheben, etwa die auf den Stadt- bzw. Landesnamen Luxemburg zurückgehenden Familiennamen: Luxenburger (238 Tokens), Litzenburger (174 Tokens), Luxemburger (71 Tokens) u.v.a.m. Durch Einbeziehung der Daten aus den Nachbarländern lassen sich darüber hinaus grenzübergreifende Namenlandschaften nachvollziehen (z.B. die Verbreitung der Varianten Schilz/Schiltz im Raum Mosel – Eifel – Luxemburg).

5 Ziele und Ergebnisse

Mit dem ‚Digitalen Familiennamenwörterbuch Deutschlands‘ entsteht erstmals ein umfassendes, modernes und jederzeit zugängliches Nachschlagewerk auf dem aktuellen Stand der Technik, das nicht nur den Ansprüchen der Fachleute, sondern auch dem großen Interesse des breiten Publikums an Familiennamen gerecht wird. Die systematische Erfassung und fundierte Etymologisierung des rezenten Familiennamenbestandes in Deutschland inklusive der fremdsprachigen Namen schließt zudem eine seit Jahrzehnten bestehende empfindliche Lücke in der Anthroponomastik. Besonders im Bereich der fremdsprachigen, regionalen und niedrigfrequenten Namen ist eine noch nicht abzuschätzende Vielzahl von Neueinträgen zu erwarten. Hier bietet sich in vielen Bereichen eine Zusammenarbeit auf der Ebene regionaler, historischer sowie auch internationaler Namenforschung an.

Literatur

Bahlow, Hans: Deutsches Namenlexikon, Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt, 16. Auflage, Frankfurt/Main, 2005.

Brechenmacher, Josef Karlmann: Etymologisches Wörterbuch der Deutschen Familiennamen, 2 Bände, 2., von Grund auf neugearbeitete Auflage, Limburg/Lahn, 1957–63.

Brendler, Andrea: Italienische Familiennamen im Deutschen. In: Karlheinz Hengst/Dietlind Krüger: Familiennamen im Deutschen, Erforschung und Nachschlagewerke, Deutsche Familiennamen im deutschen Sprachraum, Leipzig, 2009, S. 439–458.

Debrabandere, Frans: Woordenboek van de familienamen in België en Noord-Frankrijk, Amsterdam/Antwerpen, 2003.

Dräger, Kathrin: Italienische Familiennamen in Deutschland. In: Karlheinz Hengst/Dietlind Krüger: Familiennamen im Deutschen, Erforschung und Nachschlagewerke, Familiennamen aus fremden Sprachen im deutschen Sprachraum, Leipzig, 2011, S. 333–347.

Deutscher Familiennamenatlas (DFA). Herausgegeben von Konrad Kunze und Damaris Nübling, Band 1: Graphematik/Phonologie der Familiennamen I: Vokalismus, Band 2: Graphematik/Phonologie der Familiennamen II: Konsonantismus, Band 3: Morphologie der Familiennamen, Band 4: Familiennamen nach Herkunft und Wohnstätte, Berlin, New York, 2009, 2011, Berlin, Boston 2012, 2013.

← 225 | 226 → Duden Familiennamen, Herkunft und Bedeutung, Bearbeitet von Rosa Kohlheim und Volker Kohlheim, 2., völlig neu bearbeitete Auflage, Mannheim u.a., 2005.

Duden Geographische Namen in Deutschland, Bearbeitet von Dieter Berger, 2., überarbeitete Auflage, Mannheim u.a., 1999.

Germain, Jean/Herbillon, Jules: Dictionnaire des noms de famille en Wallonie et à Bruxelles, Brüssel, 2007.

Gottschald, Max: Deutsche Namenkunde, Mit einer Einführung in die Familiennamenkunde von Rudolf Schützeichel, 6. durchgesehene und bibliographisch aktualisierte Auflage, Berlin, New York, 2006.

Hartig, Margit/Schwanke, Judith: Französische Familiennamen im deutschen Sprachgebiet. In: Karlheinz Hengst/Dietlind Krüger: Familiennamen im Deutschen, Erforschung und Nachschlagewerke, Deutsche Familiennamen im deutschen Sprachraum, Leipzig, 2009, S. 459–473.

Heuser, Rita: Französische Familiennamen in Deutschland. In: Karlheinz Hengst/Dietlind Krüger: Familiennamen im Deutschen, Erforschung und Nachschlagewerke, Familiennamen aus fremden Sprachen im deutschen Sprachraum, Leipzig, 2011, S. 349–372.

Morlet, Marie-Thérèse: Dictionnaire étymologique des noms de famille, Paris, 1991.

Naumann, Horst: Das große Buch der Familiennamen, Alter, Herkunft, Bedeutung, München, 2007.

Steffens, Rudolf: Familiennamenatlas Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland. Ubstadt-Weiher, 2013.

Zoder, Rudolf: Familiennamen in Ostfalen, 2 Bände, Hildesheim, 1968.

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1 hw.oeaw.ac.at/famos; die Buchstabenstrecke A bis J ist bereits gefüllt (21.06.2012).

2 lfa.uni.lu (21.06.2012).

3 www.meertens.knaw.nl/nfb (21.06.2012).

5 Die folgenden Karten sind mit dem Kartierungsprogramm des Deutschen Familiennamenatlasses (DFA) auf Basis der Telefon-Festnetzanschlüsse des Jahres 2005 erstellt worden. Näheres dazu in DFA I, XXXI–LXIII.

6 Jüngst veröffentlicht wurde der ‚Familiennamenatlas: Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland‘. Geplant ist zudem ein ‚Historisches rheinfränkisches Personennamenbuch 14. bis 16. Jh.‘, beide von Rudolf Steffens.

7 Daten nach lfa.uni.lu. In Belgien ist Biver ebenfalls die frequenteste Variante (157 Einwohner 1998; www.familienaam.be; jeweils 21.06.2012).

8 Statistisch gesehen teilen sich in Deutschland 2,8 Personen einen Festnetzanschluss.

9 Gefunden in einem Stammbaum unter freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com/~kautzer/biverze_a.html (21.06.2012).