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Interkulturalität und Transkulturalität in Drama, Theater und Film

Literaturwissenschaftliche und -didaktische Perspektiven

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Edited By Christian Dawidowski, Anna Rebecca Hoffmann and Benjamin Walter

Inwiefern spielen inter- und transkulturelle Phänomene in Drama, Theater und Film eine Rolle und welche Funktionen nehmen sie dort ein? Diesen Fragen gehen die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Beiträge des vorliegenden Bandes nach. Das Buch gliedert sich in drei Bereiche: Im ersten Teil werden im Rahmen von Grundlagenbeiträgen die Konzepte von Inter- und Transkulturalität verhandelt sowie Drama/Theater und Film in inter- und transkultureller Perspektive sowohl literaturwissenschaftlich als auch -didaktisch beleuchtet. Der zweite und dritte Teil widmen sich spezifischen Beispielen aus den Bereichen Drama und Theater sowie Film. Hier werden einzelne (mediale) «Texte» analysiert und konkrete Vorschläge für deren Einbezug in den Deutschunterricht gemacht.
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„Wahnprediger“. Zur Ambivalenz religiöser Figuren bei Feridun Zaimoglu

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Das Werk von Feridun Zaimoglu, dem bekanntesten unter den deutsch-türkischen Autoren, wimmelt von skurrilen Fanatikern und Predigerfiguren. Da findet man etwa die Figur des Hasspredigers, der zum ‚heiligen Krieg‘ aufhetzt, den selbsternannten Messias, der einem religiösen Wahn verfallen zu sein scheint, sowie Jungfrauen, die in obszönem und erotischem Vokabular heilige Texte und Kontexte lobpreisen. Diese Figuren stehen im Zeichen von Profanierungstendenzen in der künstlerischen Szene von Deutsch-Türken in Deutschland.1 Als repräsentatives Beispiel sei hier das Werk Zaimoglus genannt, in dem der Autor fromme Figuren nicht etwa aus seinen Geschichten ausblendet. Genau umgekehrt: Prediger und sonstige religiöse Charaktere melden sich zu Wort und führen durch ihre verbalen Ergüsse die Vorstellung von einer führenden Rolle der Religion in der Moderne ad absurdum. Auf ein solches Verständnis von Profanierung hat bereits Giorgio Agamben aufmerksam gemacht. Ihm zufolge bedeutet „Profanieren“, dass Dinge „dem allgemeinen Gebrauch der Menschen zurückgegeben“ werden (Agamben 2005, S. 70), nachdem sie durch die Sakralisierung aus der Sphäre des Menschlichen in die des Heiligen abgesondert waren (ebd.).2 Profanieren meint demnach nicht „einfach die Absonderungen abschaffen und auslöschen, sondern lernen, einen neuen Gebrauch von ihnen zu machen, mit ihnen zu spielen“ (ebd., S. 72) und zwar, ohne das Heilige dabei zu tilgen (ebd., S. 73).

Der neue Gebrauch, das Spiel, das die Absonderung missachtet, zeigt sich bei Zaimoglu darin, dass Religiöses in den Werken meist mit Komischem, Skurrilem und Widersprüchlichem einhergeht,...

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