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Literalität und Partizipation

Über schriftsprachliche Voraussetzungen demokratischer Teilhabe

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Edited By Demokratie-Stiftung der

Die Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln veranstaltete im März 2012 in Kooperation mit der Demokratie-Stiftung eine internationale Fachtagung zum Thema Literalität und Partizipation, um einen aktiven Austausch verschiedener Akteure der (politischen) Grundbildung und ihrer Perspektiven zu ermöglichen. Das Anliegen der Veranstaltung war, die Bedeutung schriftsprachlicher Grundbildung für die aktive Teilhabe am gesellschaftlich-demokratischen Prozess herauszuarbeiten. Migration und kulturelle Heterogenität wurden mit Blick auf das herrschende Verständnis von Grundbildung und ziviler Teilhabekompetenz reflektiert. Hierauf folgte die Erörterung von Zielfiguren und didaktischen Konsequenzen für die politische Bildung.
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Literalität und politische Partizipation. Aktuelle Entwicklungen und Konsequenzen für die Grundbildungsarbeit

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Dr. Jens Korfkamp, Sozialwissenschaftler und Leiter der Verbandsvolkshochschule Rheinberg (Rheinland)

Fast zehn Jahre ist es her, dass die Vereinten Nationen über die UNESCO das Jahrzehnt von 2003 bis 2012 zur Dekade der Alphabetisierung und Grundbildung deklarierten. Die Dekade ist als eine Initiative mit dem Ziel verfasst, Konzepte und Projekte zu entwickeln, die den Analphabetismus bei Erwachsenen bis zum Ende dieser Weltdekade um die Hälfte reduzieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in diesem Rahmen von 2007 bis 2012 das Förderprogramm „Forschung und Entwicklung zur Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“ aufgelegt. Inzwischen sind die über 100 geförderten Entwicklungs- und Forschungsvorhaben abgeschlossen und es liegen erstmalig grundlegende Forschungsergebnisse zur deutschen Situation vor. So weist z. B. die „leo. – Level-One Studie“ nach, dass mehr als 14 % der erwerbsfähigen Bevölkerung zu den so genannten funktionalen Analphabeten gehören, die auf Grund ihrer begrenzten schriftsprachlichen Kompetenzen nicht in der Lage sind, am gesellschaftlichen ­Leben in angemessener Form teilzuhaben. Das betrifft ca. 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland (vgl. Grotlüschen/Riekmann 2011). In meinem Beitrag werde ich aber nicht näher auf diese zugegebenermaßen beträchtliche Zahl von funktionalen Analphabeten eingehen, sondern aus der Perspektive eines gelernten Politikwissenschaftlers, der seit über 20 Jahren im Bereich der Erwachsenenalphabetisierung und Grundbildung tätig ist, den Aspekt der gesellschaftlichen Teilhabe beispielhaft am komplexen Zusammenhang von Literalität und politischer ­Partizipation erörtern.

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