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Die geschenkte Reformation

Bücher als Geschenke im England des 16. Jahrhunderts

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Tobias Budke

Tobias Budke befasst sich mit Büchern als Geschenken vor dem Hintergrund der englischen Reformation. Deren stürmische Entwicklungen und oft unvorhersehbare Wendungen schlugen sich in faszinierender Weise in den Buchgeschenken der Zeit nieder. Heinrich VIII., Edward Seymour, Thomas Cranmer oder John Dee – sie alle machten und/oder erhielten Buchgeschenke, und sie waren in bester Gesellschaft. In einer Vielzahl von Fallstudien beschreibt der Autor die komplexen Beziehungen zwischen Schenkern, Empfängern und anderen Beteiligten. Außerdem zeigt er die zahlreichen Facetten und Funktionen dieser Geschenkpraxis auf: das Buch als ganz besonderes Geschenk.
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4. Religiöse Literatur im England der Reformationszeit

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Das Buchgeschenk im religiösen Kontext im England der Reformationszeit wird vom Schenken religiöser Literatur dominiert. Auch wenn ein solcher Kontext durchaus über den Umstand etabliert werden konnte, dass etwa ein religiöser Würdenträger ein nicht-religiöses Buch als Geschenk in Empfang nahm, so ist ein Buchgeschenk im religiösen Kontext in der überwältigenden Mehrzahl der Fälle mit dem Schenken eines religiösen Buches gleichzusetzen. Dies erfordert eine einigermaßen genaue Definition des verwendeten Begriffs. ‘“‘Religious literature’ is a category which cannot be measured with statistical precision. What we in a more secular age call ‘religion’, a discrete phenomenon, permeated many areas of early modern life and much of its book production.”308 Diese Feststellung Patrick Collinsons gibt einen ersten Einblick in die Schwierigkeiten, die sich dem Buchwissenschaftler darbieten, wenn er den Begriff der ‚religiösen Literatur‘ sinnvoll abgrenzen will, wobei der zweite Teil der Definition für das 16. Jahrhundert einfacher zu bewältigen ist als der erste: Unter ‚Literatur‘ im prä-modernen Sinne wird all das verstanden, das schriftlich festgehalten wurde; der Begriff ist somit weder wertend noch exklusiv auf fiktionale Texte bezogen gemeint. ‚Religiös‘ ist in der Frühen Neuzeit ein schwierigerer Begriff. Es ist allgemein bekannt, dass in dieser Epoche die Religion einen Stellenwert im täglichen Leben hatte, der für den modernen Menschen – wenn er nicht gerade ausgesprochen religiös ist – oft nur schwer nachzuvollziehen ist, und sie tritt an Stellen auf, an denen man sie...

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