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Stimmen hinter der Tür

Übersetzen des polyphonen Romans «A Prisioneira de Emily Dickinson» in Projektarbeit

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Edited By Anne Burgert and Ângela Maria Pereira Nunes

Im Rahmen eines innovativen Lehrprojektes der Johannes Gutenberg-Universität Mainz übersetzten Studierende des Fachbereichs Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft in Germersheim den Roman A Prisioneira de Emily Dickinson von Ana Nobre de Gusmão ins Deutsche. Die Übersetzung erschien 2013 unter dem Titel Die Gefangene von Emily Dickinson im Weidle Verlag. Erzähltechnisch erinnert die Romanstruktur an das Öffnen und Schließen von Türen: Türen, hinter denen Stimmen hervortreten und wieder verschwinden. Die in diesem Sammelband dokumentierte Reflexion über die Projekterfahrungen knüpft an die Polyphonie des Romans und an das methodisch-didaktische Erarbeiten einer Übersetzerstimme an. Der Band dient der Darstellung der Konzeption des Lehrprojektes und der hieraus gewonnenen Erkenntnisse und leistet somit einen Beitrag zur Translationswissenschaft.
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„e.d. hat geschriebn ,Die Augen zu schließen ist wie Reisen'.

Extract

Janina Mäckel, Lisa Schwesinger

Abstract

Die Übersetzung des Romans A Prisioneira de Emily Dickinson von Ana Nobre de Gusmão (2008) fand in einem zweisemestrigen Lehrprojekt am Fachbereich Translations-, Sprach-und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt. An dem Projekt nahmen Studierende und Dozierende des Fachbereichs teil. Das Projekt gliederte sich in zwei Phasen. In der ersten Phase wurde eine erste Übersetzung des Romans angefertigt, in der zweiten Phase fand die Revision des Zieltextes statt. Dieser studentische Beitrag zur vorliegenden Publikation beschäftigt sich mit der Übersetzung und Revision des Übersetzungsstrangs „Chatgespräche“.

Die „Chatgespräche“ sind einer von vier Übersetzungssträngen1, in die der bereits übersetzte Romantext für die Revision in der zweiten Phase des Projekts unterteilt wurde. Diesen Übersetzungsstrang bilden die Textstellen des Romans, in denen die Protagonistin Emília zum einen mit ihrer Internetbekanntschaft dik kommuniziert, und zum anderen mit ihrem Nachbarn Max chattet. Beide Internetchats weisen ähnliche sprachliche Merkmale auf und stellen somit eine Einheit dar, die es im Zusammenhang zu übersetzen galt.

Das wichtigste Merkmal des Übersetzungsstrangs „Chatgespräche“ ist wie soeben erwähnt die verwendete Sprache, die aus einer Vielzahl von Symbolen besteht und beim ersten Lesen eher kryptisch wirkt. Dadurch werden die Chatgespräche im Roman optisch hervorgehoben und fallen beim Durchblättern des Werkes direkt ins Auge. Eine Gemeinsamkeit mit den anderen Übersetzungssträngen ist, dass sich auch hier keine zusammenhängende Chatgeschichte findet.← 159 | 160 →

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