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Die Politisierung der Oper im 19. Jahrhundert

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Maria Birbili

Gegenstand dieser Studie sind die Auswirkungen der Französischen Revolution auf die Oper des 19. Jahrhunderts. Unter Berücksichtigung der Oper der französischen Revolutionszeit, der neapolitanischen Oper unter französischer Herrschaft und der historischen Opern Rossinis für Paris wird die Grand opéra als Produkt eines Austauschprozesses zwischen Pariser Inszenierungstraditionen und italienischer musikalischer Formgebung interpretiert. Anhand neu aufgefundener Quellen läßt diese Studie eine zentrale Epoche der Operngeschichte des 19. Jahrhunderts in einem neuen Licht erscheinen, indem die häufig aggressive Dramaturgie der Grand opéra wie auch des italienischen Melodramma des Risorgimento als Konsequenz der Schreckenserfahrungen der Französischen Revolution gedeutet wird.
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6. Mit dem Pferd in den Krater und mit dem Volk durch das Rote Meer. Die Verlegung der »opera senza amore« nach Neapel

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Mit dem Pferd in den Krater und mit dem Volk durch das Rote Meer: Die Verlegung der »opera senza amore« nach Neapel

Der in den 1790er Jahren nach Italien versetzte Jakobinismus, der teils auch mit der freimaurerischen Bewegung verbunden war211, wurde vorerst nicht auf der lokalen Opernbühne rezipiert212. Erst mit der Huldigung Napoleons auf italienischem Boden erfolgte eine erste Rezeption der revolutionären Belagerungsoper in Italien. So wurde beispielsweise in der von den Franzosen besetzten Stadt Lucca 1799 von der Theatertruppe Giovanni Battista Mancinis das Stück L’Oligarchia distrutta aufgeführt, in dem als intermède zwischen den Akten die revolutionären Chansons »Ça ira« und »La Carmagnole« gesungen wurden, in einer freien Übersetzung ins Italienische und mit Anspielungen auf die Idee der Volkssouveränität:

Dansons la Carmagnole! Vive le son, vive le son, Dansons la Carmagnole, Vive le son du canon!

Questi Nobili arroganti ci vorriamo dominar. Ma noi altri siamo tanti, i possiamo far sospirar.

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