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Sprachlernberatung – Sprachlerncoaching

Unter Mitarbeit von Claudia-Elfriede Oechel-Metzner

Series:

Annette Berndt and Ruth-Ulrike Deutschmann

Die Beiträge der Anthologie Sprachlernberatung – Sprachlerncoaching aus der Reihe Fremdsprachen lebenslang lernen richten sich sowohl an Praktiker als auch Theoretiker aller Fremdsprachendidaktiken. Es werden theoretische, definitorische, konzeptionelle und forschungsmethodologische Aspekte behandelt und kritisch diskutiert. Die thematische Bandbreite reicht von der klassischen Sprachlernberatung über Formen der Beratung für spezielle Lernergruppen bis hin zum systemisch-konstruktivistischen Sprachlern-Coaching. Zudem werden unterschiedliche Settings aus der Praxis der Sprachlernberatung vorgestellt.
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Systemisch-konstruktivistisches Sprachlern-Coaching

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Mit der Kultur des Begleitens und Ermöglichens von Fremdsprachenlernprozessen wird in der Fachdiskussion zunehmend auf die Bedeutung einer unterstützenden Sprachlernberatung hingewiesen. An der Ruhr-Universität Bochum hat sich in den letzten Jahren eine konzeptionelle Weiterentwicklung vollzogen, die vor allem auf die Nachhaltigkeit der Fähigkeit zu selbstgesteuertem Lernen zielt. Die Autorin1 beschreibt das Konzept des systemisch-konstruktivistischen Sprachlern-Coachings, das sich – konsequenter als herkömmliche Beratungskonzepte – an den Werten Freiheit, Freiwilligkeit, Ressourcenverfügung und Selbststeuerung bei der Veränderungsarbeit orientiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Darlegung der konkreten Vorgehensweise im Coaching-Prozess.

1. Einführende Bemerkungen

Die Erfahrungen aus meiner Beratungspraxis zeigten mir immer wieder, dass bei der Bearbeitung bestimmter Anliegen von Fremdsprachenlernern eine Expertenberatung zu kurz griff. Insbesondere bei komplexen Themen, etwa bei der Planung von Lernprojekten, bei denen viele unterschiedliche Entscheidungen zu treffen waren, oder bei Versuchen, wiederkehrenden Lernschwierigkeiten auf den Grund zu gehen, vor allem aber bei der Bearbeitung von mit Ängsten oder Konflikten verbundenen Lernthemen war es notwendig, sorgfältig über die Situationen nachzudenken, in denen diese Lernschwierigkeiten bestanden bzw. der Veränderungswunsch angesiedelt war. Wenn Lerner dann über ihre Themen im Kontext ihrer gesamten Lebenswelt, ihrer Biografie, ihrer Lebens- und Lernerfahrungen und im Zusammenspiel mit ihren persönlichen Eigenschaften, ihren Motiven, ihren Bedürfnissen und Gefühlen reflektierten, ergaben sich für die Lerner selbstbestimmtere und emotional gewollte Szenarien für eine Zukunft – und für mich die Erkenntnis, dass ich mich methodisch auf solidere Beine stellen musste. ← 51...

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