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Bilanzierung von Immaterialgüterrechten nach HGB und IFRS

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Patrick Andrä

Immaterialgüterrechte wie Patente, Marken oder Urheberrechte stellen in der heutigen Wissensgesellschaft elementare Werte dar. Für Unternehmen stellt sich die Frage, wie dieses verrechtlichte Wissen in der Bilanz angesetzt und bewertet werden kann, darf und muss. Der Autor geht dieser Frage anhand der für den deutschen Rechtskreis maßgeblichen Rechnungslegungssysteme des Handelsgesetzbuches (HGB) und der International Financial Reporting Standards (IFRS) nach, die er ausführlich und kritisch vergleicht und bewertet. Hierauf aufbauend folgen konkrete Vorschläge für gesetzliche Änderungen, die auch ein selbst entwickeltes Bewertungssystem umfassen. Neben der Auseinandersetzung mit den Neuerungen im HGB durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) steht dabei insbesondere die Vereinfachung und weitere Objektivierung der Bilanzierung von Immaterialgüterrechten im Vordergrund.
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G. Schlussbetrachtung und Ausblick

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Immaterielle Güter und im Besonderen die Immaterialgüterrechte stellen in der heutigen Wissensgesellschaft elementare Werte vieler Unternehmen dar. Ob und wie sie bilanziert und bewertet werden dürfen bzw. müssen, ist für diese Unternehmen daher von zentraler Bedeutung.

Die vorliegende Untersuchung der Bilanzierung von Immaterialgüterrechten nach HGB und IFRS hat gezeigt, dass sich die Behandlung von Immaterialgüterrechten in beiden Rechnungslegungssystemen bis auf wenige Ausnahmen – nach hier vertretener Auslegung – im Ergebnis analog verhält.1595 Dies ist nicht zuletzt auch der Annäherung des HGB durch das BilMoG an die IFRS und der damit verbundenen Steigerung der Information im HGB-Abschluss geschuldet. Auch wenn insbesondere beim Ansatz weiterhin verschiedene Grundkonzepte verfolgt werden, führt deren Anwendung regelmäßig zu den gleichen Ergebnissen. Dies gilt umso mehr für die Bewertung von Immaterialgüterrechten, bei der im Rahmen des BilMoG insbesondere auch die Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes (fair value) im Grundsatz nahezu inhaltsgleich von den IFRS in das HGB übernommen wurde.

Beide Rechnungslegungssysteme haben im Hinblick auf die hier behandelten Immaterialgüterrechte Potenzial für Verbesserungen. So sollte – wie hier im Rahmen der de lege ferenda Betrachtung vorgeschlagen – die Aktivierung von solchen absoluten Rechten weiter vereinfacht werden. Weswegen – neben der Einführung einer gesetzlichen Definition des Vermögensgegenstandes im HGB – auch die Vermutung für die Erfüllung durch solche absoluten Rechte gefordert wird. Denn gerade die (quasi-dinglichen) Immaterialgüterrechte sind wegen ihrer gesetzlichen Verankerung „stärker“, also greifbarer, als andere immaterielle Güter wie...

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