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Afrikanische Silbenspiele

Betrachtet im Kontext von Sondersprachen

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Patricia Friedrich

Silbenspiele sind ein weltweit verbreitetes Phänomen; auch in Afrika sind sie in vielen Sprachen bekannt und dokumentiert. Vor allem Kindern und Jugendlichen wird die belustigende Beschäftigung mit diesen «Geheimsprachen» zugeschrieben. Das Buch widmet sich ihnen in zweifacher Hinsicht: Zum einen stellt es die formalen Bildungsregeln solcher Sprachen dar und systematisiert sie, zum anderen geht es auf die soziolinguistischen Gemeinsamkeiten dieses Phänomens ein. Im Anschluss daran werden Silbenspiele von ähnlichen sprachlichen Phänomenen wie Argots, Respektsprachen und Jugendsprachen abgegrenzt, mit denen sie sowohl Bildungsregeln als auch Funktionen teilen. Das Buch leistet damit einen Beitrag zur ganzheitlichen Betrachtung von Silbenspielen.
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2 Strategien zur Verschlüsselung von Sprache in Silbenspielen

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In Silbenspielen wird eine Basissprache anhand eines ganz bestimmten Bildungsmechanismus verschlüsselt, wie an der Definition von LAYCOCK (1972: 61) bereits zu erkennen war. Bei der Betrachtung verschiedener in Silbenspielen zur Verschlüsselung verwendeter Strategien in unterschiedlichen Sprachen lassen sich wichtige Gemeinsamkeiten erkennen, die in diesem Kapitel einleitend betrachtet werden.

Eine auffällige Gemeinsamkeit unterschiedlicher Silbenspiele in verschiedenen Sprachen ist die Tatsache, dass die Strategien, die zur Verschlüsselung genutzt werden, in der Regel mit den in der jeweiligen Sprache zu Wortbildungsprozessen genutzten Mechanismen in Einklang stehen (ALIDOU 1997: 123). Ein Gegenbeispiel scheint das Tagalog zu sein. Hier ist nach CONKLIN (1956: 138) Präfigierung als bevorzugter Wortbildungsprozess anzusehen, der in den Silbenspielen jedoch kaum genutzt wird. In diesen seien Permutation von Silben und Infigierung vorherrschend. An dieser Stelle kann jedoch angemerkt werden, dass Infigierung innerhalb der Verbalmorphologie des Tagalog eine wichtige Rolle spielt und demnach jedem Sprecher ein äußerst geläufiger Prozess ist (vgl. BLAKE 1925: 38-41). Es kann also die Generalisierung vorgenommen werden, dass die Sprecher Strategien nutzen, die in der Basissprache aufgrund von Derivations- und Flexionsvorgängen bekannt sind. Gemäß POUND (1964: 58) werden in eingefügten Affixen oder bei der Strategie der Substitution außerdem keine Phoneme genutzt, die nicht zum natürlichen Phoneminventar der Basissprache gehören. Wenn dies doch vorkommt, so handelt es sich seiner Meinung nach um Entlehnungen durch Sprachkontakt.

Auch die durch Anwendung der verschiedenen Strategien entstehenden Wortformen verstoßen in der Regel nicht gegen die phonologischen...

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