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Die Gefäßchirurgie im Ersten Weltkrieg

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Sabine Eckhardt

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte man sich mit allen heute gängigen Methoden der Gefäßchirurgie auseinandergesetzt und in diesem Bereich der Chirurgie binnen weniger Jahre wichtige Erkenntnisse gewonnen. Gemäß der oftmals aufgestellten These, ein Krieg bringe für die Medizin, speziell die Chirurgie, Fortschritte, bot sich den Medizinern mit Beginn des Ersten Weltkrieges die Gelegenheit, dieses Wissen zu festigen und zu erweitern. Zeitgenössische Berichte damals tätiger Kriegschirurgen stellen jedoch deutlich die widrigen Bedingungen an der Front dar, die es nahezu unmöglich machten, die bisherigen Erkenntnisse erfolgreich umzusetzen, geschweige denn Fortschritte in diesem komplexen Bereich der Chirurgie zu erzielen.
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1. Die Gefäßchirurgie im Ersten Weltkrieg

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In der vorliegenden Dissertation wird der wissenschaftliche Stand der Gefäßchirurgie im Kontext des Ersten Weltkrieges untersucht. Dabei werden die Erkenntnisse der Gefäßchirurgie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Bezug gesetzt zu der akuten Gefäßversorgung bei Verwundungen und Verletzungen unter Kriegsbedingungen.

„Die Medizingeschichte des Ersten Weltkrieges ist ein bislang bestenfalls in Ausschnitten erforschtes Thema“, so stellten W. U. Eckart und Chr. Gradmann 1996 in ihrer Einleitung zu dem Sammelband „Die Medizin und der Erste Weltkrieg“ fest.10 Erst seit den 80er Jahren beschäftigt man sich näher mit der medizingeschichtlichen Forschung zum Weltkrieg. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Arbeiten zur Deutung und Behandlung psychisch traumatisierter Soldaten, der so genannten „Kriegszitterer“11 zu nennen, sowie die Beschäftigung mit der Frage der orthopädischen Versorgung der Kriegsversehrten und die damit verbundene Diskussion um das „Krüppelwesen“12. Weitere Aspekte und Gebiete der medizingeschichtlichen Forschung, vor allem zur unmittelbaren medizinischen Versorgung an der Front, sind oftmals nur fragmentarisch erschlossen.13

Die Quellenlage zu dem Hauptteil dieser Arbeit stützt sich größtenteils auf Primärliteratur in Form von zeitgenössischen Fallberichten, Darstellungen und ← 21 | 22 → Artikeln, die von den an der Front tätigen Ärzten in der Münchener Medizinischen Wochenschrift ab 1914 veröffentlicht wurde. Die Münchener Medizinische Wochenschrift wurde als aussagekräftige Quelle gewählt, da sie sich vor allem im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts zunehmend als wissenschaftliche medizinische Fachzeitschrift profilierte und als Sonderbeilage von 1914 bis 1918 die „Feldärztliche...

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