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Nachhaltiger Tourismus in Subsahara-Afrika

Anspruch und Wirklichkeit eines neuen Konzepts zur Armutsminderung- Das Beispiel Namibia

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Nico Beckert

Viele Länder Subsahara-Afrikas verfügen über große Tourismuspotenziale. Doch können sie zur Entwicklung und Armutsminderung beitragen? Ein neuer Entwicklungsansatz verfolgt dieses Ziel. Dabei soll die ländliche Bevölkerung aktiv zum Naturschutz beitragen. Im Austausch erhält sie Nutzungsrechte und soll befähigt werden, die Tourismuspotenziale wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Autor untersucht die vielschichtigen Rahmenbedingungen und Problemfaktoren dieses Ansatzes in Namibia. Er deckt die unterschiedlichen Interessenslagen maßgeblicher Akteure auf und belegt, wie sie dem Erfolg des Programms im Wege stehen. Anhand dieser Analyse zeigt er praktikable Handlungsoptionen zur Überwindung problematischer Aspekte auf.
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Grundlegende Fragen

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1Potenziale im ländlichen Raum

1.1Begriffsbestimmung

Armut

Das Ziel des vorliegenden Buches ist es, zu untersuchen, ob das CBNRM-Programm zur Armutsminderung beitrug. Dabei wird ein Armutsbegriff benutzt, der sich auf die materielle Ebene bezieht. Es wird analysiert, ob sich durch das CBNRM die Einkommenssituation aufHaushaltsebene verbesserte.

Dementsprechend werden von den Conservancies erbrachte Leistungen, wie der Aufbau von Infrastruktur (bspw. im Bereich der Wasserversorgung), finanzielle Hilfe für Studenten oder soziale Einrichtungen (Schulen und Kindergärten)40, ausgeklammert. Zwar können diese Leistungen zur materiellen Reproduktion beitragen, jedoch wird über sie von außen, auf Conservancy-Ebene, und nicht auf Haushaltsebene, entschieden. Es könnte bspw. eine Situation auftreten, bei der auf Conservancy-Ebene entschieden wird, die Ausstattung der Dorfschule zu verbessern. Unter Umständen kann diese Entscheidung zwar armutsreduzierend wirken, jedoch ist es auch möglich, dass nicht alle Haushalte gleichermaßen von den Auswirkungen profitieren. Würde das Geld hingegen an alle Haushalte umverteilt, so könnte jeder Haushalt individuell entscheiden, wie dieses zusätzliches Einkommen zur Verbesserung der Lebensumstände beitragen kann. Bei der bloßen Betrachtung der Gemeinschaftsebene ist nicht abzuschätzen, ob die Haushalte ausreichend CBNRM-Einkommen erhalten und ob sich ihre Fähigkeit zur materiellen Reproduktion tatsächlich verbessert. Eine solche Betrachtung wäre ungenau, da wenige Conservancy-Bewohner viel und andere kaum oder gar nicht profitieren könnten. Auf Gemeinschaftsebene erhobene Durchschnittszahlen geben solche Diskrepanzen nicht wieder und verschleiern den wahren Armutsminderungseffekt des Programms (vgl. Kap. 3).

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