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Nachhaltiger Tourismus in Subsahara-Afrika

Anspruch und Wirklichkeit eines neuen Konzepts zur Armutsminderung- Das Beispiel Namibia

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Nico Beckert

Viele Länder Subsahara-Afrikas verfügen über große Tourismuspotenziale. Doch können sie zur Entwicklung und Armutsminderung beitragen? Ein neuer Entwicklungsansatz verfolgt dieses Ziel. Dabei soll die ländliche Bevölkerung aktiv zum Naturschutz beitragen. Im Austausch erhält sie Nutzungsrechte und soll befähigt werden, die Tourismuspotenziale wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Autor untersucht die vielschichtigen Rahmenbedingungen und Problemfaktoren dieses Ansatzes in Namibia. Er deckt die unterschiedlichen Interessenslagen maßgeblicher Akteure auf und belegt, wie sie dem Erfolg des Programms im Wege stehen. Anhand dieser Analyse zeigt er praktikable Handlungsoptionen zur Überwindung problematischer Aspekte auf.
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5 Die Geber und NGOs

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5Die Geber und NGOs

5.1Anschubfinanzierung…

In den letzten beiden Dekaden flossen, je nach Quelle, zwischen 80 und 130 Millionen US-Dollar250 in das namibische CBNRM-Programm. Die US-amerikanische Entwicklungsorganisation USAID ist mit einem Anteil von 40 Millionen US-Dollar als Hauptgeber anzusehen251. Gleichzeitig ist sie der am längsten aktive Sponsor (1993-2008) des Programms. Dementsprechend hatte die USAID einen großen Einfluss auf die gesamte CBNRM-Agenda. Aus dem Handeln der USAID kann abgeleitet werden, ob die externe Unterstützung als Anschubfinanzierung wirkte oder ob es zu dauerhaften Abhängigkeiten kam252.

Die Organisation baute das Living in a Finite Environment-Programm (LIFE) auf. Es basiert auf ersten Pionierarbeiten im Bereich des kommunal organisierten Naturschutzes, den sogenannten Community Game Guards-Projekten. Diese wurden von Naturschutz-NGOs in den 1980er Jahren initiiert253. Das LIFE-Programm sollte ebenfalls und von Beginn an mit Hilfe namibischer NGOs durchgeführt werden254. Sie sollten quasi als Subunternehmer die Durchführung vor Ort leisten. Dazu erhielten sie finanzielle Unterstützung in Form sogenannter Sub-Grants, deren Vergabe die USAID an den World Wildlife Fund For Nature (WWF-US)255 bzw. in einer späteren Phase des Programms an die Namibia Nature Foundation (NNF) delegierte256. Diese Beihilfen werden als wichtiger Bestandteil des LIFE-Programms beschrieben257. Sie bieten einerseits eine Chance zur Eigenständigkeit258, andererseits besteht auch die Gefahr, dass ← 79 | 80 → Geber Einfluss auf Agenden nehmen und es zu dauerhaften finanziellen Abhängigkeiten kommt. Anhand der Beihilfen (Grants) lassen sich also die Beziehungen zwischen den Gebern und Nehmern analysieren.

Das LIFE-Programm...

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