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Nachhaltiger Tourismus in Subsahara-Afrika

Anspruch und Wirklichkeit eines neuen Konzepts zur Armutsminderung- Das Beispiel Namibia

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Nico Beckert

Viele Länder Subsahara-Afrikas verfügen über große Tourismuspotenziale. Doch können sie zur Entwicklung und Armutsminderung beitragen? Ein neuer Entwicklungsansatz verfolgt dieses Ziel. Dabei soll die ländliche Bevölkerung aktiv zum Naturschutz beitragen. Im Austausch erhält sie Nutzungsrechte und soll befähigt werden, die Tourismuspotenziale wirtschaftlich nutzbar zu machen. Der Autor untersucht die vielschichtigen Rahmenbedingungen und Problemfaktoren dieses Ansatzes in Namibia. Er deckt die unterschiedlichen Interessenslagen maßgeblicher Akteure auf und belegt, wie sie dem Erfolg des Programms im Wege stehen. Anhand dieser Analyse zeigt er praktikable Handlungsoptionen zur Überwindung problematischer Aspekte auf.
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6 Die Konkurrenz im Tourismus-Sektor

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6Die Konkurrenz im Tourismus-Sektor

6.1Joint Ventures – Conservancies als Partner auf Augenhöhe?

Conservancies gehen Joint Venture-Partnerschaften ein, da es ihnen am Startkapital für ihr Unternehmen mangelt. Sie können den Bau von Lodges oder sonstiger Infrastruktur nicht eigenständig finanzieren. Da die ländlichen Gemeinschaften aufgrund fehlender Landtitel keine Sicherheiten für die Kreditaufnahme nachweisen können, sind ihnen traditionelle Finanzierungsmöglichkeiten verschlossen. Sie sind dementsprechend auf die Finanzkraft von Joint Venture-Partnern angewiesen. Gleichzeitig mangelt es ihnen an Management-Fähigkeiten, um solche Unternehmungen dauerhaft tragfähig zu leiten. Die Analyse der Unterstützungsleistungen zeigte auf, dass sie wenig Alternativen zur Ausbildung solcher unternehmerischer Fähigkeiten vorfinden. Die NGOs und Geber fokussierten zu wenig auf diesen Bereich. Diese beiden Faktoren sind erste Indizien für eine einseitige Abhängigkeit der Conservancies von den Joint Venture- Partnern. Die Partner können diese Abhängigkeiten in Joint Venture-Verhandlungen ausnutzen. Nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage können sie für die von ihnen angebotenen Leistungen – Ausbildung und Investitionen – einen hohen Preis verlangen, da die Conservancies diese Leistungen nicht aus anderen Quellen beziehen können. Dementsprechend stellt sich die Frage, ob auch die Conservancies über Druckmittel verfügen und die Verhandlungen doch auf Augenhöhe stattfinden, oder ob die Abhängigkeitsverhältnisse einseitig sind.

Auch die Struktur des namibischen Tourismus-Sektors402 begünstigt die Joint Venture-Partner. Viele kleine Tourismus-Unternehmen können es sich nicht leisten, Geld und Zeit in Verhandlungen mit Conservancies zu investieren. Folglich beschränkt...

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