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Die Aufgabendelegation an die Handwerkskammern als wirkungsorientierte Verwaltungsführung

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Nicole S. Blinn

Das System der funktionalen Selbstverwaltung wird am Beispiel der Handwerkskammern in die aktuelle Diskussion einer wirkungsorientierten Verwaltungsführung eingeordnet. Dabei werden die Funktionen der Handwerkskammern und die ihr innewohnenden Steuerungsmöglichkeiten kritisch vor dem Hintergrund der Übertragung neuer Aufgaben an die Kammern betrachtet. Es zeigt sich in geradezu paradigmatischer Art und Weise die Verschränkung gesellschaftlicher, beruflicher und sozialer Interessen mit staatlichen Formen und Funktionen in der traditionellen Form der wirtschaftlichen Selbstverwaltung durch Körperschaften des öffentlichen Rechts.
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3. Kapitel Einordnung der funktionalen Selbstverwaltung in das Modell der Neuen Verwaltungsrechtswis-­ senschaft

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← 40 | 41 → 3.Kapitel Einordnung der funktionalen Selbstverwaltung in das Modell der Neuen Verwaltungsrechtswissenschaft

Das Verwaltungsrecht muss auf Grund des ständigen „Reform-, Modernisirungs- und Innovationsdruck“232 seine Dynamik und Flexibilität233 ständig unter Beweis stellen. Die Reform der Verwaltung und des Verwaltungsrechts ist zu einer „disziplinäre Daueraufgabe“234 geworden und stellt die Verwaltung und den Gesetzgeber fortwährend unter neue Herausforderungen.

Bereits seit den Achtzigern befindet sich das deutsche Verwaltungsrecht in einer „tief greifenden Umbruchphase“235. Gründe dafür sind die immer größer werdende staatliche Aufgabenlast und die dramatisch leeren Haushaltskassen236. Darüber hinaus erfordert der fortschreitende Grad an europäischer Integration nicht nur eine ziel- und ergebnisorientierte Fortentwicklung des Verwaltungsrechts, sondern stellt die grundsätzliche Frage nach der „Konzeptund Systemfähigkeit“ der nationalen Rechtsordnung237. In diesem Kontext ist zu fragen, ob die traditionelle Konstruktion eines funktionalen Selbstverwaltungsträgers (in Form einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft) die neuen Aufgaben und Herausforderungen, die sich ihr stellen, ziel- und ergebnisorientiert bewältigen kann. Hierzu muss der Handwerkskammer zunächst ein Platz in der methodisch gewandelten Verwaltungslehre zugewiesen werden.

← 41 | 42 → I.Ursachen und Anlass der methodischen Neuausrichtung

Mit dem Wandel des bürgerlichen Rechtsstaates zum intervenierenden Wohlfahrts- und Präventionsstaat ist der Bedarf an Information und Fachwissen drastisch gestiegen. Dieser Bedarf wurzelt in der quantitativen Ausweitung und qualitativen Veränderung der staatlichen Aufgaben. Die bürokratischhierarchisch organisierte Verwaltung konnte diese Herausforderungen nicht mehr bewältigen238. Um den neuen Entwicklungen gerecht zu werden,...

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