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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Ganzheiten als Fundament der Erkenntnis? Der Wiener Kreis und die Gestaltpsychologie

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Zusammenfassung

Der Beitrag möchte von einer vergessen Entwicklung berichten, die ein Schlaglicht wirft auf eine der wichtigsten intellektuellen Phasen des 20. Jahrhunderts. In der Zeit um 1920/1930 fanden zahlreiche wegweisende Weichenstellungen im Denken statt – im Positiven wie Negativen. Etliche inzwischen kanonisch gewordene Arbeiten entstehen. Auch das, was man „analytische Philosophie“ zu nennen pflegt, hat in diesen Jahren eine entscheidende Prägungsphase. Der wirkmächtige Lesezirkel um Moritz Schlick bildet dabei eine wesentliche Keimzelle.

Zumeist rekurriert man auf die wichtige Rolle, die die Naturwissenschaften bei der Entwicklung dieser Philosophie gespielt haben. Gerade die Rolle der Physik ist immer betont worden. In dem Beitrag soll es jedoch darum gehen, das Augenmerk auf eine weitere Einflussquelle zu legen, die oft übersehen wird. Denn zumindest zeitweise konnte auch die Gestaltpsychologie Einfluss gewinnen auf das Denken einiger Vertreter des Wiener Kreises, der prominenten Geburtsstätte zentraler Motive der vermeintlich „antipsychologischen“ analytischen Philosophie. Besonders ab den Jahren von etwa 1921 an wurde im Umfeld des Wiener Kreises gestaltpsychologisches Denken produktiv intensiv rezipiert. Diesen Zusammenhängen widmet sich hinführend der Aufsatz.

Abstract

The contribution reports a forgotten part of history that sheds light on one of the most important intellectual phases of the 20th Century. In the period from 1920 to 1930, there were numerous landmark decisions in thinking – both positive and negative. Many of today’s canonical works were created. Also what is usually called “analytic philosophy” has had its formative years in those days, especially the...

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