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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Carl Stumpf über den empirischen Ursprung des Substanzbegriffs

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Zusammenfassung

Bei der Behandlung der Grundbegriffe in der Erkenntnislehre unternimmt Carl Stumpf den Versuch einen Sensualismus des Begriffserwerbs zu entwickeln. Als eine „heuristische Maxime“ (Stumpf 1939: 123) gilt es ihm aufzuzeigen, dass alle Begriffe der Wahrnehmung entstammen, auch die Kategorien. Bei dem Ursprung des Substanzbegriffs ist dies allerdings bezweifelt worden: Nach Hume sind Substanzen eine Illusion und Dinge nichts anderes als Bündel von Eigenschaften. Kant bezeichnet sie als „apriorische Denkformen“ (1939: 8, 26). Stumpf hingegen definiert Substanzen als „Ganzes von Eigenschaften“ und da sie eine analoge Teil-Ganzes-Relation zu bestimmten Erscheinungen in der Sinneswahrnehmung aufweisen, lässt sich ihr empirischer Ursprung auf diese zurückführen. Daraus ergibt sich zwar für Stumpf ein Argument dafür, dass alle Begriffe aus der Wahrnehmung stammen, aber die Begriffsdefinition birgt eine Unverträglichkeit mit den von Stumpf entwickelten Kriterien der Substanz.

Abstract

In his prominent work “Erkenntnislehre” (1939) Carl Stumpf proposes a sensationalism concerning the acquisition of concepts. It is a heuristic dictum for him to show that the source of allconcepts can be found in perception, even if they are as fundamental as Kant’s categories. This has been doubted concerning the notion of substance. For Hume substances are an illusion and things are nothing but heaps of ideas. Kant thought of substances as a priori concepts that belong to our mind. Stumpf takes a different approach by defining them as wholes of properties. As the relation between whole and part is analogue to certain kinds...

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