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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Wie viel Gestaltung und Körperverankerung braucht die Begriffsentwicklung?

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Zusammenfassung

Der Beitrag verhandelt Forschungen zur ‚Embodied Cognition’ bzw. ‚Grounded Cognition’, die dafür argumentieren, dass sich das konzeptuelle System der Begriffe auf psychischer Ebene nicht erfahrungsunabhängig entwickelt, stattdessen vielmehr im perzeptuellen System verankert ist. Carl Stumpf hatte die Relevanz der Sinnesempfindungen als Schlüssel für jegliche Begriffsentwicklung bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts herausgestrichen und kann in diesem Rahmen dem aktuellen Forschungsdiskurs noch immer wichtige Impulse verleihen.

Abstract

This paper discusses research on Embodied/Grounded Cognition which argues that the human conceptual system is not independent of experience but rather grounded in the perceptual system. Carl Stumpf highlighted the relevance of the human sensations for any conceptual development already in the beginning of the 20th century and should still be read and evaluated as an inspirational source for current research.

Wie entwickeln bzw. konstituieren sich Begriffe auf psychischer Ebene? In mehr als einem seiner Werke arbeitete Carl Stumpf die Relevanz der Sinnesempfindungen bzw. der ‚Erscheinungen’ als Grundlage für jegliche Begriffsentwicklung heraus (vgl. z. B. Stumpf 1939, §2(3), S. 13; Stumpf 1907, § 2, S. 6ff.); dabei hob er u.a. gar auf der Vorgängigkeit alltäglicher Erfahrung vor der wissenschaftlichen Begriffsbildung ab, quasi als „Vorgeschichte des wissenschaftlichen Denkens“ (Stumpf 1907, §2, S. 10). Im Folgenden sollen Stumpfs Analysen zu neueren Forschungen aus Psychologie und Linguistik in Bezug gesetzt werden, Forschungen, die Stumpfs Arbeiten leider nicht explizit zur Kenntnis genommen haben, dabei seine Thesen, wenn auch in neuem theoretischen Gewand,...

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