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Gestalt und Gestaltung in interdisziplinärer Perspektive

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Edited By Ellen Aschermann and Margret Kaiser-El-Safti

Die gestaltpsychologische Schule war ein Meilenstein innerhalb der Theoriebildung der deutschen und österreichischen Philosophie und empirischen Psychologie. Unterschiedliche Schulen folgten ihr nach. Der Einflussbereich der Theorie erstreckte sich ab den 1890er Jahren bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auch auf angrenzende Disziplinen wie Musik-, Sprach- und Kunstwissenschaft. Bis heute wurde die Autorenschaft von Carl Stumpf und dessen erkenntnistheoretische Fundierung der Gestalt- und Ganzheitspsychologie noch wenig erforscht. Die Wiederbelebung der Lehre Stumpfs könnte hoch aktuelle Fragestellungen wie die nach dem Leib-Seele-Verhältnis vertiefen, aber auch erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und ästhetischen Fragen neue Anhaltspunkte und neuen Aufschwung verschaffen.
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Die zergliederte Einheit. Aufschreibesystem und gestalttheoretischer Anspruch bei Carl Stumpf und Erich M. von Hornbostel

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Zusammenfassung

Die vergleichenden psychologischen Forschungen von Carl Stumpf und Erich M. von Hornbostel am Berliner Phonogramm-Archiv sind kulturhistorisch als ein Teil des Aufschreibesystems 1900 zu verstehen. In ihren Publikationen zeigen sich zwischen Stumpf und Hornbostel in Hinblick auf den Umgang mit dem Phonographen jedoch Unterschiede: Während von Hornbostels Entwurf einer „Einheit der Sinne“ als ein Versuch aufgefasst werden kann, die Zergliederung der Musik in der täglichen Arbeit mit dem Phonographen zu kompensieren, findet man in den Publikationen Stumpfs keinerlei Hinweise auf einen skeptischen oder ambivalenten Umgang mit den neuen Medientechniken oder auf ein Spannungsverhältnis zwischen diesen Medientechniken und einer ganzheitlichen erkenntnistheoretischen Modellbildung.

Abstract

The research conducted in the field of comparative musicology by Carl Stumpf and Erich M. von Hornbostel at the Phonogram Archive in Berlin has to be seen as a part of the Discourse Network (,Aufschreibesystem’) 1900. However, there are some differences in the way the phonograph is integrated in their work. By sketching his concept of a unity of the senses, Hornbostel, it can be argued, is compensating his experience of anatomizing music through the phonographic practice. In contrast, there is no evidence for skepticism about the use of new media techniques in Stumpf´s work.

Das Berliner Phonogramm-Archiv und die Abläufe in Carl Stumpfs und Erich M. von Hornbostels musikethnologischer, vergleichend psychologischer Arbeit funktionieren geradezu als ein Paradebeispiel für die Epoche um 1900, wie Friedrich Kittler sie charakterisiert hat – maßgeblich ist dabei...

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