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Wilhelm Weitling (1808–1871)

Eine politische Biographie- Teil 1 und Teil 2

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Waltraud Seidel-Höppner

Wilhelm Christian Weitling zählte zu den bedeutendsten deutschen Frühsozialisten und Organisatoren der frühproletarischen Bewegung. Diese politische Biographie befasst sich mit dem Leben Weitlings von der Kindheit über die Ausbildung bis zum revolutionären Demokraten und zu seinen politischen Aktivitäten. Auch seine wichtigsten politischen Theorien und Werke werden vorgestellt und interpretiert. Weitling forderte eine soziale Republik, die allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewähren sollte. Seine scharfsinnige Sozialkritik orientierte sich am Urchristentum, und er betrachtete die demokratische Partei zur Rettung der Revolution 1848/49 als unverzichtbar. 1849 schloss er seine Vereine der Arbeiterverbrüderung an und emigrierte dann in die USA, wo er 1871 starb.
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X. Revolution in Deutschland

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X.  Revolution in Deutschland

»Freudig überraschend, wie das Erwachen nach einer langen, in quälenden Träumen verbrachten Nacht überkam uns die frohe Botschaft der Februarrevolution, deren siegreichen Ausgang selbst die enthusiasmiertesten Kämpfer nicht ahnten.«

(Weitling, Garantien, S. 299.)

Die Siegesstimmung zerstob bei Weitlings Ankunft in Paris am 24. Juni. Nur vier Monate sind seit Ausbruch der Revolution am 23./24. Februar verstrichen; und die Bahnbrecher der Februartage findet er erstickt im Blut und begraben unter den Trümmern der Vorstädte.1 Für das Recht auf Arbeit und eine soziale Republik hatten sie sich erhoben, den Bürgerkönig in die Flucht gejagt und der Nation die zweite Republik in den Schoß gelegt. Was ist geschehen? Die Macht lag auf der Straße. Liberale griffen zu, teilten sie zur eigenen Sicherheit mit gefügigen Anderen und sicherten sich die entscheidenden Posten in der provisorischen Regierung. Um den Druck der Straße zu lockern, räumten sie dem Sozialisten Louis Blanc und dem Arbeiter Alexandre Martin, genannt Albert, umsichtig einen Sitz in der Regierung ein, wohlweislich keinen Ministerposten. Nicht Blanc erhielt das von den Februarrevolutionären nachdrücklich geforderte Arbeitsministerium, sondern ein verläßlicher Liberaler. Den aufgenötigten Partnern übertrug sie eine Spielecke im Palais Luxembourg, die nach ihrem Tagungsort genannte Luxemburg-Kommission für Arbeiter. Sie sollte sich mit der sozialen Frage befassen; doch tunlichst ohne Machtbefugnisse und ohne finanzielle Mittel. Der revolutionär-demokratische Arzt François Raspail erinnerte die neuen Machthaber am Folgetag...

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