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Wilhelm Weitling (1808–1871)

Eine politische Biographie- Teil 1 und Teil 2

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Waltraud Seidel-Höppner

Wilhelm Christian Weitling zählte zu den bedeutendsten deutschen Frühsozialisten und Organisatoren der frühproletarischen Bewegung. Diese politische Biographie befasst sich mit dem Leben Weitlings von der Kindheit über die Ausbildung bis zum revolutionären Demokraten und zu seinen politischen Aktivitäten. Auch seine wichtigsten politischen Theorien und Werke werden vorgestellt und interpretiert. Weitling forderte eine soziale Republik, die allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewähren sollte. Seine scharfsinnige Sozialkritik orientierte sich am Urchristentum, und er betrachtete die demokratische Partei zur Rettung der Revolution 1848/49 als unverzichtbar. 1849 schloss er seine Vereine der Arbeiterverbrüderung an und emigrierte dann in die USA, wo er 1871 starb.
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II. Im unruhigen Paris 1839/1840

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II.  Im unruhigen Paris 1839/1840

»Tausendfaches Ungewitter Stürze die Tyrannen nieder! Die im prunkenden Gewand Frech sich gegen uns verbunden, Und so lang gedrückt, geschunden, Treffe unsre Rächerhand!

Die jetzt hinterm Ofen sitzen, Wenn wir unser Blut verspritzen, Treffe fortan Schimpf und Schand’! Denen, die für Gleichheit glühen, Und mit uns zum Kampfe ziehen: Reichet stolz die Bruderhand.« (Freimann, i. e. Weitling, »Der Aufbruch zum Kampf«, Volks-Klänge, S. 89.)

In der 1839 anbrechenden schwierigen Zeit kann Weitling sich auf einige politisch erfahrene Gefährten – allesamt Gründungsmitglieder – stützen. Nach seiner Wahl in die oberste Bundesbehörde gehört zur Pariser Volkshalle der vier Jahre jüngere Hamburger Tischler Karl Friedrich Hoffmann. Schon 1834 war er im Schweizer Jungen Deutschland und stieß 1836 mit Georg Weißenbach und Schapper zum Pariser Bund. Seit Anfang 1838 ist er Mitglied der Volkshalle, kehrt jedoch im Oktober 1839 in seine Heimatstadt zurück, um dort die erste Bundesgemeinde zu gründen. Der zwei Jahre ältere Homburger Schneider Weißenbach, dem die Verbindung ihren Namen Bund der Gerechtigkeit verdankt, gehört ebenfalls zu den Anhängern Weitlings. Er hatte im Vorjahr mit Hoffmann Weitlings Programmentwurf und seine Kooption in die Volkshalle befürwortet. Noch nach Weitlings Weggang in die Schweiz bleibt er Anlaufadresse für Mitglieder aus dem Innern der deutschen Staaten. Nach einem Spitzelbericht leitet er im Sommer 1842 einen Kommunistenklub an der Barrière de Combat.1 Nach der Revolution emigriert...

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