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Wilhelm Weitling (1808–1871)

Eine politische Biographie- Teil 1 und Teil 2

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Waltraud Seidel-Höppner

Wilhelm Christian Weitling zählte zu den bedeutendsten deutschen Frühsozialisten und Organisatoren der frühproletarischen Bewegung. Diese politische Biographie befasst sich mit dem Leben Weitlings von der Kindheit über die Ausbildung bis zum revolutionären Demokraten und zu seinen politischen Aktivitäten. Auch seine wichtigsten politischen Theorien und Werke werden vorgestellt und interpretiert. Weitling forderte eine soziale Republik, die allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewähren sollte. Seine scharfsinnige Sozialkritik orientierte sich am Urchristentum, und er betrachtete die demokratische Partei zur Rettung der Revolution 1848/49 als unverzichtbar. 1849 schloss er seine Vereine der Arbeiterverbrüderung an und emigrierte dann in die USA, wo er 1871 starb.
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IV. Garantien der Harmonie und Freiheit

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IV.  Garantien der Harmonie und Freiheit

»Es wird eine Zeit kommen […] Dann, Bettler, brauchst du nicht mehr zu betteln und du, Dieb und Räuber, nicht mehr zu stehlen, du, Kaufmann und Krämer, nicht mehr zu verfälschen und zu betrügen; denn der Mensch wird den alten Menschen ausgezogen haben und die Gesellschaft wie von neuem geboren sein. […] Noch manches verjährte Vorurteil wird umgestürzt, mancher Zweifel beseitigt und manche Wahrheit enthüllt werden, ehe das Reich der Harmonie und Freiheit beginnt.«

(Weitling, Garantien, S. 65 f.)

Ende 1842 erscheint Weitlings Hauptwerk, das ihm binnen kurzem europäischen Ruhm verschafft. Im Sommer 1842 beginnt er mit der Arbeit. Im Oktober teilt er dem im Literaturvertrieb rührigen Rogge mit, daß er noch bis Ende November bei Michod in Vevey mit dem Druck des Buchs zu tun hat. Mitte November liest Becker die ersten Druckfahnen. In der letzten Novemberwoche schreibt ihm das Bundesmitglied Düringer aus La Chaux-de-Fonds: »Du kannst nicht denken wie ich mich freue auf das Werk«. Im Dezember kündigt die Junge Generation das Buch ganzseitig an. Zum Mißvergnügen Mäurers erscheint es unter dem Titel Garantien der Harmonie und Freiheit. Mäurer nörgelt: Ich wünschte, »Du hättest dies Geisteskind anders getauft. Wie viele schöne Namen und Titel waren Dir zugeschickt worden.« Weitlings Einwänden zuvorkommend, fügt er hinzu: »Ehe man den Kern wahrnimmt, liest man den Titel.« Auch Becker mäkelt,...

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