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Wilhelm Weitling (1808–1871)

Eine politische Biographie- Teil 1 und Teil 2

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Waltraud Seidel-Höppner

Wilhelm Christian Weitling zählte zu den bedeutendsten deutschen Frühsozialisten und Organisatoren der frühproletarischen Bewegung. Diese politische Biographie befasst sich mit dem Leben Weitlings von der Kindheit über die Ausbildung bis zum revolutionären Demokraten und zu seinen politischen Aktivitäten. Auch seine wichtigsten politischen Theorien und Werke werden vorgestellt und interpretiert. Weitling forderte eine soziale Republik, die allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewähren sollte. Seine scharfsinnige Sozialkritik orientierte sich am Urchristentum, und er betrachtete die demokratische Partei zur Rettung der Revolution 1848/49 als unverzichtbar. 1849 schloss er seine Vereine der Arbeiterverbrüderung an und emigrierte dann in die USA, wo er 1871 starb.
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V. Krisenjahre

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V.  Krisenjahre

»Solange nicht alle einzelnen persönlichen Interessen in ein einziges allgemeines Interesse vereinigt sind, wird jedes neue geistige Produkt – wie wohltätig auch seine Verwirklichung für die Gesellschaft sein möge – immer bei den Personen und Klassen Widerstand finden, deren Privatinteressen, Vorrechte und Privilegien durch die Verwirklichung jenes geschmälert werden«.

(Weitlings erste Verteidigungsrede, 9. Juni 1843, Evangelium, S. 196.)

Weitlings Erwartungen sind nie bescheiden. Wenn man nach nichts Geringerem trachtet, als eine Welt aus den Angeln zu heben, kann die schwerfällige Wirklichkeit nicht mithalten, und Enttäuschungen sind unvermeidlich. Im ungestümen Drängen nach erhöhten propagandistischen Anstrengungen und neuem taktischen Vorgehen im Frühjahr 1843 pulsiert wachsende Unzufriedenheit. Auf Dauer kann er sich die gewaltigen Hindernisse nicht verhehlen, an denen sich seine hochfliegenden Erwartungen brechen.

Ende 1842, da ihm mit seinem Hauptwerk ein großer Wurf gelungen, meint man, nun müsse er der Frucht harter Arbeit froh werden können. Weit gefehlt! Auf dem Höhepunkt soeben erlangten Erfolges und noch vor dem einsetzenden äußeren Ruhm verstrickt ihn die Ironie der Geschichte in eine tiefe Krise. Schwierigkeiten aller Art häufen sich, äußere und innere. Bis Ende 1842 arbeitet er in Vevey. Unter ständigem Zeitdruck redigiert er seine Zeitschrift, schreibt und druckt sein Hauptwerk eigenhändig und betreut die verstreuten Vereine. Seit Frühjahr 1841 hat er auf diese Weise, so Brugger, die kommunistische Bewegung in der Schweiz »neu ins Leben...

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