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Wilhelm Weitling (1808–1871)

Eine politische Biographie- Teil 1 und Teil 2

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Waltraud Seidel-Höppner

Wilhelm Christian Weitling zählte zu den bedeutendsten deutschen Frühsozialisten und Organisatoren der frühproletarischen Bewegung. Diese politische Biographie befasst sich mit dem Leben Weitlings von der Kindheit über die Ausbildung bis zum revolutionären Demokraten und zu seinen politischen Aktivitäten. Auch seine wichtigsten politischen Theorien und Werke werden vorgestellt und interpretiert. Weitling forderte eine soziale Republik, die allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewähren sollte. Seine scharfsinnige Sozialkritik orientierte sich am Urchristentum, und er betrachtete die demokratische Partei zur Rettung der Revolution 1848/49 als unverzichtbar. 1849 schloss er seine Vereine der Arbeiterverbrüderung an und emigrierte dann in die USA, wo er 1871 starb.
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VII. In London

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VII.  In London*

»Am vorigen Dienstage ist der communistische Schriftsteller Wilhelm Weitling wohlbehalten in London an’s Land gestiegen, und obwohl wir noch keine näheren Nachrichten haben, so wollen wir ihm doch schon jetzt ein frohes glückverheißendes Willkommen über’s Meer zurufen. Aus Altdeutschlands Sumpf-Athmosphäre ist er endlich erlöst; möge er ruhig fortwirken.«

(»Weitling ist frei!«, Vorwärts, Nr. 71, 4. September 1844, S. 4.)

In der Nacht vom 23. auf den 24. August 1844 wird Weitling von Hamburg aus nach England abgeschoben. Seine Freunde freuen sich. Selbst in den USA feiern Dietsch und die Mitglieder der Kolonie Neu-Helvetia seine Befreiung.1 Bei ihm selbst konnte schon im Gefängnis, so oft er an London dachte, keine Freude aufkommen. Es gibt Meinungsverschiedenheiten in wichtigen Fragen. Nicht ohne Anlaß kreisten in der Stille seiner Zelle seine Gedanken um die Aufgaben der Kommunisten in der nächsten Revolution. Das Problem beschäftigt alle und wird auch in London heftig umstritten sein. Er denkt anders darüber als einige andere; und ihn quält, daß er dafür keine befriedigende Lösung hat.2 Auseinandersetzungen werden unausweichlich; und er weiß, daß die hier aufbrechenden Gegensätze politischer Natur sind und ihr Austragen durch persönliche Dissonanzen – Rivalität, Ehrgeiz, verletztes Geltungsbedürfnis – allenfalls verschärft, aber nicht verursacht wird. In seine Betrachtung zur englischen Grammatik, mit der er sich auf England vorbereitet, sickert ein Hinweis auf länger schwelende Konflikte: er spricht von der »Gelegenheit,...

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