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Wilhelm Weitling (1808–1871)

Eine politische Biographie- Teil 1 und Teil 2

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Waltraud Seidel-Höppner

Wilhelm Christian Weitling zählte zu den bedeutendsten deutschen Frühsozialisten und Organisatoren der frühproletarischen Bewegung. Diese politische Biographie befasst sich mit dem Leben Weitlings von der Kindheit über die Ausbildung bis zum revolutionären Demokraten und zu seinen politischen Aktivitäten. Auch seine wichtigsten politischen Theorien und Werke werden vorgestellt und interpretiert. Weitling forderte eine soziale Republik, die allen Menschen Arbeit und soziale Sicherheit gewähren sollte. Seine scharfsinnige Sozialkritik orientierte sich am Urchristentum, und er betrachtete die demokratische Partei zur Rettung der Revolution 1848/49 als unverzichtbar. 1849 schloss er seine Vereine der Arbeiterverbrüderung an und emigrierte dann in die USA, wo er 1871 starb.
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IX. Im Land ohne Nachtigall 1847–1848

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IX.  Im Land ohne Nachtigall 1847–1848

»Ich kam zu Ende des Jahres 18461 nach New-York ohne einen Cent Geld, und gerade zur rechten Zeit, um in der letzten Nummer des Volkstribunen zu lesen, daß das Blatt eingegangen sei, und um zu vernehmen, daß es $100 Schulden hinterlasse.«

(»Übersicht«, RdA, 19. Juli 1851, S. 109.)

Für Deutsche sind die Vereinigten Staaten im neunzehnten Jahrhundert als junges Staatswesen mit gewerblicher, politischer und geistiger Freiheit ein bevorzugtes Zufluchtsland. Schon Mitte der vierziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts, also noch vor der nachrevolutionären politischen Auswandererwelle, sind sie hier verhältnismäßig stark vertreten. Die Zahl deutscher Einwanderer war seit der ersten politischen Einwanderungswelle von 1832 bis 1847 von 10 195 Personen auf 74 281 angestiegen. Allein in der Stadt New York zählt man 1845 unter 371 223 Einwohnern 24 416 Deutsche.2 Wie in Westeuropas Großstädten bewohnen sie, um sich leichter einzuleben und sich mit den Bräuchen der neuen Heimat vertraut zu machen, ganze Stadtbezirke. Ihr New Yorker Siedlungszentrum, Little Germany, liegt in der Lower Eastside von Manhattan. Weitling wohnt New York, 438 Broadway.3 Hier treffen die Ankömmlinge Landsleute, nicht selten alte Bekannte, die sie im Glücksfall bereits erwarten und ihnen zu einer ersten Unterkunft, oft auch zu einer Beschäftigung in ihrem Beruf verhelfen. Hier umfängt sie ihre Kultur; sie hören die ihnen vertrauten Laute und Lieder, können sich anfänglich in ihrer Muttersprache verständigen; hier...

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