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Bricolage

Ein kommunikatives Genre im Sprachgebrauch Jugendlicher aus der Deutschschweiz

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Esther Galliker

Wie verwenden Jugendliche die Vielfalt ihrer sprachlichen Ressourcen? Und welche Funktionen weist ihr Umgang mit sprachlicher Varianz auf? Anhand detaillierter linguistischer Analysen authentischer Gespräche beschreibt die empirische Untersuchung das Gesprächsverhalten einer Gruppe Gymnasiasten aus der Deutschschweiz. Über das Konzept der Bricolage wird aufgezeigt, wie kompetent die Jugendlichen verschiedene Sprechstile und Sprachen miteinander kombinieren und welche u.a. sozialen Funktionen sie dadurch ausdrücken. Der Beschreibung dialektaler Variation kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da ihr in der deutschsprachigen Jugendsprachforschung bis dahin noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Theoretisch und methodisch orientiert sich die Arbeit an der Ethnographie der Kommunikation.
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4.9 Selbstdarstellung im ibi-Stil: sprachliche Normallage in der In-Group (IJ)

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4.9Selbstdarstellung im ibi-Stil: sprachliche Normallage in der In-Group (IJ)

Neben der sozialsymbolisierenden Sprachvariation, welche die Jugendlichen verwenden, um über andere Bezugsgruppen zu sprechen, hat sich auch ein sozialer kommunikativer Stil herausgebildet, der typisch ist für die gruppeninterne Kommunikation und ihre Selbstdarstellung und somit eine zentrale Funktion für die Identität der Gruppenmitglieder und der Gruppe als Ganzes einnimmt. Diese Variation wird hier, abgeleitet von einer Ethnokategorie der Jugendlichen, als ibi bezeichnet (für die Herleitung des Begriffs s. unten). Es ist eine Form der Variation, die die Jugendlichen nicht in erster Linie zur Darstellung von Sachverhalten, sondern zur binnenkommunikativen Selbstdarstellung verwenden, die aber in ihrer Art auch von Aussenstehenden als charakteristisch für die Gruppe wahrgenommen wird. Sie stellt für die Binnenkommunikation die Normallage dar. Eines der zentralen Merkmale dieses Stils ist das kommunikative Verfahren der Bricolage. Ziel des zweiten Teils dieser Arbeit wird es sein aufzuzeigen, wie sich dieses Verfahren im Gruppenstil manifestiert und welche Funktionen es in den Gesprächen und für die Peergruppe einnimmt. Im Folgenden soll ein erster grober Überblick über den Gruppenstil ibi gegeben werden, um die im zweiten Teil dargestellten Analysen besser einordnen und verstehen zu können. ← 159 | 160 →

Analog zur Beschreibung der sozialen kommunikativen Stile zur Fremddarstellung wird auch die Normallage der In-Group-Kommunikation (IJ) aus diaphasischer und diatopischer Perspektive in den anfangs skizzierten Variationsraum eingeordnet und es werden die Themen- und Anwendungsbereiche des Stils genauer umrissen. Auf eine Beispielanalyse eines Gesprächssauschnitts auf der...

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