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Bricolage

Ein kommunikatives Genre im Sprachgebrauch Jugendlicher aus der Deutschschweiz

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Esther Galliker

Wie verwenden Jugendliche die Vielfalt ihrer sprachlichen Ressourcen? Und welche Funktionen weist ihr Umgang mit sprachlicher Varianz auf? Anhand detaillierter linguistischer Analysen authentischer Gespräche beschreibt die empirische Untersuchung das Gesprächsverhalten einer Gruppe Gymnasiasten aus der Deutschschweiz. Über das Konzept der Bricolage wird aufgezeigt, wie kompetent die Jugendlichen verschiedene Sprechstile und Sprachen miteinander kombinieren und welche u.a. sozialen Funktionen sie dadurch ausdrücken. Der Beschreibung dialektaler Variation kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da ihr in der deutschsprachigen Jugendsprachforschung bis dahin noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Theoretisch und methodisch orientiert sich die Arbeit an der Ethnographie der Kommunikation.
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6 Diskussion der Konzeptualisierung von Bricolage

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6Diskussion der Konzeptualisierung von Bricolage

Im folgenden Kapitel werden die zentralen Aspekte der Konzeptualisierung von Bricolage, wie sie sich aus den Analysen der Beispielsequenzen ergeben haben, zusammenfassend diskutiert. Der Fokus liegt dabei auf der Beschreibung der grundlegenden Faktoren insbesondere auf struktureller Ebene. In Kapitel 7 wird vertieft auf verschiedene Interpretationsmöglichkeiten eingegangen, auch auf ausführlichere Darstellungen der konkreten funktionalen Ausprägungen für die hier untersuchte Peergruppe und auf Vergleiche und Abgrenzungen zu bestehenden Konzepten und Untersuchungen jugendlichen Sprechverhaltens.

6.1Bricolage als kommunikatives Genre

Im Sinne eines sensitivierenden Konzepts wurde Bricolage zu Beginn und während der Analysen als kommunikatives Verfahren (vgl. Blom/Gumperz 1972, Kp. 2.1.1) betrachtet, durch welches bestimmte Ressourcen aus einem ursprünglichen Kontext übernommen und bis zu einem gewissen Grad transformiert werden, sodass daraus etwas Neues entsteht. Die detaillierten Analysen unterschiedlichster Bricolage-Sequenzen haben jedoch verdeutlicht, dass die im untersuchten Korpus vorkommenden Bricolagen weit mehr gemeinsam haben als die Verfahren der Übernahme, resp. der Parallelisierung und Transformation. Vielmehr stellen sie eine interaktive Praktik dar, die eine bestimmte Musterhaftigkeit aufweist und die geprägt ist von typischen Faktoren (vgl. Hymes 1979, Kp. 2.1.5). Im Folgenden werden als erstes diese Faktoren knapp umrissen und darauf aufbauend für eine Konzeptualisierung von Bricolage als Genre argumentiert. Im Anschluss wird auf die einzelnen Faktoren und ihre detaillierte Ausprägung in den im Korpus vorkommenden Bricolagen genauer eingegangen.

6.1.1Überblick über die prägenden Faktoren für das Genre Bricolage

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