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Bricolage

Ein kommunikatives Genre im Sprachgebrauch Jugendlicher aus der Deutschschweiz

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Esther Galliker

Wie verwenden Jugendliche die Vielfalt ihrer sprachlichen Ressourcen? Und welche Funktionen weist ihr Umgang mit sprachlicher Varianz auf? Anhand detaillierter linguistischer Analysen authentischer Gespräche beschreibt die empirische Untersuchung das Gesprächsverhalten einer Gruppe Gymnasiasten aus der Deutschschweiz. Über das Konzept der Bricolage wird aufgezeigt, wie kompetent die Jugendlichen verschiedene Sprechstile und Sprachen miteinander kombinieren und welche u.a. sozialen Funktionen sie dadurch ausdrücken. Der Beschreibung dialektaler Variation kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu, da ihr in der deutschsprachigen Jugendsprachforschung bis dahin noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Theoretisch und methodisch orientiert sich die Arbeit an der Ethnographie der Kommunikation.
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7 Interpretationsmöglichkeiten

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7Interpretationsmöglichkeiten

Abschliessend werden hier die in der Konzeptualisierung ausgearbeiteten Faktoren und Prozesse in einen erweiterten interpretativen Zusammenhang gestellt. In einem ersten Teil wird zusammenfassend aufgezeigt, inwiefern Bricolagen im untersuchten Korpus von den Gruppenmitgliedern als stilbildendes Verfahren für die Konstitution ihres Gruppenstils eingesetzt werden. Diese Darstellung schliesst an die eingangs vorgestellte Konzeption der kommunikativen sozialen Stile (vgl. Kp. 2.1.6) und an die Kontextualisierungstheorie von Gumperz (vgl. Kp. 2.1.4) an. Hierzu werden die Konzeptualisierung und Bedeutungsaspekte in den untersuchten Gesprächen in Bezug auf die Mikro- und Mesoebene nochmals verdeutlicht und mit einem erweiterten Interpretationsrahmen verknüpft.

In einem weiteren Teil werden Verbindungen und Abgrenzungen zu bestehenden ähnlichen Konzepten aufgezeigt werden, insbesondere zu solchen, die in der Jugendsprachforschung verbreitet sind. Diese Darstellungen führen über zu verschiedenen Anknüpfungspunkten mit bestehenden Untersuchungen zum jugendlichen Sprechverhalten und Erklärungshypothesen zur Verbreitung von Bricolage-Phänomenen unter Jugendlichen, betrachtet das kommunikative Verfahren also im Makrokontext jugendlicher Sprechstile im Allgemeinen und im Kontext der Jugendsprachforschung.

7.1Bricolage als stilbildendes Genre eines kommunikativen sozialen Stils

In diesem Kapitel wird Bricolage in den erweiterten Zusammenhang der eingangs dargestellten theoretischen Überlegungen zu Sprache resp. Stil mit bestimmten sozialen (und auch weiteren) Funktionen in der Gesellschaft gestellt (vgl. Kp. 2.1). Es wird zusammenfassend dargestellt, inwiefern sich Bricolage als stilbildend für die untersuchte Gruppe herausgebildet hat. Dafür werden u.a. die in Kapitel 2.1 dargestellten Konzepte und theoretischen Überlegungen aufgegriffen und mit den beobachteten Phänomenen in Verbindung gebracht.

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