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Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

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Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
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Politisierung von Jugendlichen in vormodernen und postmodernen Gesellschaften am Beispiel von Rafik Schamis Eine Hand voller Sterne und Mira Lobes Räuberbraut: Nermine El-Sharkawy

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Betrachtet man die Umbrüche, die seit 2011 die arabische Welt in Bewegung setzen, so scheint die Frage nach der Politisierung von Jugendlichen aktueller denn je zu sein. Der Überzeugung folgend, dass literarische Texte Äußerungen darstellen, die nicht autonom außerhalb des sozialen Diskurses stehen, befasse ich mich mit deutschsprachigen Jugendromanen, die Umbrüche thematisieren, deren Auswirkungen heute noch verfolgt werden können. Im Mittelpunkt meines Interesses steht, am Beispiel einer arabischen und einer westlichen Gesellschaft, die Frage nach der Darstellung jener soziopolitischen bzw. -kulturellen Auslöser, die zur Politisierung von Jugendlichen in der jeweiligen Gesellschaft führen.

Diese Forschungsperspektive ist ergiebig im Kontext des Paradigmenwechsels in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur Anfang der siebziger Jahre, der sich bis heute als fruchtbar erweisen kann. „Eine Revision des Status von Jungsein und Kindsein vollzog sich in den Köpfen der Autorinnen und Autoren und damit in der Literatur. Junge Menschen wurden zu einsichtigen, sozialintegrativen, auf Ausgleich und Gleichheit hinarbeitende Mitbürger stilisiert.“ (Doderer 1992, 54). Dieser Wandel begleitete die Studentenbewegung, die ihrerseits internationale politische Dimensionen annahm und überall Impulse für „mehr Demokratie“ gab (ebd.). Meinem Beitrag liegen Rafik Schamis Eine Hand voller Sterne und Mira Lobes Räuberbraut zugrunde. Ausschlaggebend für die jeweilige hierin dargestellte Gesellschaft ist, dass sie im Zeichen von fortlaufenden Modernisierungsprozessen steht. Während die erste eine (vor)moderne Gesellschaft ist, wird die zweite für eine (post)moderne gehalten.1 ← 167 | 168 →

Politisierung von Jugendlichen in Rafik Schamis Eine Hand voller...

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