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Kinder- und Jugendliteraturforschung international

Ansichten und Aussichten- Festschrift für Hans-Heino Ewers

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Edited By Gabriele von Glasenapp, Ute Dettmar and Bernd Dolle-Weinkauff

32 Autorinnen und Autoren reflektieren die internationale Verankerung, die theoretisch-methodische Ausdifferenzierung und das Forschungsinteresse an Geschichte und Gegenwart der Kinder- und Jugendliteratur. Sie beschäftigen sich in vier Schwerpunkten mit der Theorie, der Übersetzungs- und Rezeptionsgeschichte, mit kinder- und jugendliterarischen Medien sowie in zahlreichen Einzelstudien mit Gattungen, Formen und Themen historischer wie aktueller Kinder- und Jugendliteratur und -medien. Der Band ist Hans-Heino Ewers gewidmet, der in seiner über 25-jährigen Lehr- und Forschungstätigkeit maßgeblich zur theoretisch-systematischen Fundierung dieser vergleichsweise jungen Fachdisziplin beigetragen und wesentliche Impulse für die weitere Forschung gegeben hat.
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„Ganz hinten sollte Hoffnung sein“. Die Suche junger Menschen nach Heimat, Glückserfüllung und Wirkungsmöglichkeiten in der Gemeinschaft im Werk von Benno Pludra: Karin Richter

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Benno Pludra widerspiegelt mit seinem Schreiben die einzelnen Phasen der Kinder- und Jugendliteratur der DDR von den 50er Jahren an bis über die sogenannte Wende hinaus. In Wiepershagen krähn die Hähne (1953), Popp muss sich entscheiden (1959), Lütt Matten und die weiße Muschel (1963), Die Reise nach Sundevit (1965), Tambari (1969), Insel der Schwäne (1980), Das Herz des Piraten (1985), Siebenstorch (1991) und Jakob heimatlos (1999) kennzeichnen nicht nur die ästhetische Entfaltung eines beachtlichen Erzählwerkes, sondern sind auch Ausdruck veränderter Sichten auf die Gesellschaft in der DDR und – mit seinem letzten Roman Jakob heimatlos – auch auf den Verlust auf Hoffnung nach der Wende.

Für jemanden, der die Kontinuität und den Wandel in der 40jährigen Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur der DDR erkennen und verfolgen möchte, stellt das kinderliterarische Schaffen von Benno Pludra eine besondere Fundgrube dar. Am Beispiel seines Schreibens von den 50er Jahren bis zum Ende des Jahrhunderts lässt sich erkennen, wie sich das Bild von Kind, Familie und Gesellschaft im Werk ostdeutscher Autoren gewandelt hat. Die Besonderheit im Leben und Werk Pludras besteht darin, dass sich in seinen Texten das Involviertsein in die dominanten gesellschaftlichen Bewegungen innerhalb des sozialistischen Systems ebenso offenbart wie das Beschreiten eines eigenständigen Weges – auch jenen der Desillusionierung in den 80er Jahren, als er wie auch andere Schriftsteller der DDR das Scheitern seines Ideals immer deutlicher erlebte (vgl. Richter 2010, 24).

Diesen Weg gilt es, literaturwissenschaftlich seri...

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