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GEISTESwissenschaften – IdeenGESCHICHTE

Festschrift für Helmut Reinalter zum 70. Geburtstag

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Josef Wallmannsberger

Theorien der Geisteswissenschaften und Ideengeschichte definieren zentrale Momente des gelehrten Lebenswerks von Helmut Reinalter, dessen leitendes wissenschaftliches Motiv in der konsequenten Vernetzung rigoroser fachbasierter Forschung mit transdisziplinären Perspektivierungen und geistesgeschichtlichen Genealogien gefunden werden kann. Die Beiträge der Festschrift zum 70. Geburtstag des Jubilars situieren sich in diesem spezifischen Problemkontext, Innovationen und Impulse des Œuvres von Helmut Reinalter aufnehmend, kontrastierend und kontrapunktierend, im Sinne eines kritischen Dialogs in aufklärerischer Absicht.
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Religionsphänomenologie als Religionstheorie: Johann Figl

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Religionsphänomenologie als Religionstheorie

Johann Figl

Innerhalb dieser Festschrift für Helmut Reinalter, der in vielen kulturwissenschaftlichen Bereichen bedeutende Beiträge geleistet hat, kommt dem Themenkreis „Theorie der Geisteswissenschaften“ eine wichtige Rolle zu. Der folgende Beitrag wendet sich der Theorie einer speziellen, aber heute besonders aktuellen Disziplin, nämlich der Religionswissenschaft, zu und einem über lange Zeit bestimmenden Teilbereich, der Religionsphänomenologie.1

Die gestellte Aufgabe ist allein vom Thema her mit Problemen verbunden: denn für einige Vertreter des Faches Religionswissenschaft ist die Religionsphänomenologie gar keine Religionstheorie; ein großer Teil der Religionswissenschaftler heute ist jedenfalls davon überzeugt, dass in ihr ein Theoriedefizit besteht.2 Auch Forscher, die an einer produktiven Weiterführung religionsphänomenologischer Anliegen interessiert sind, müssen feststellen, wie es Jacques Waardenburg hinsichtlich der „deskriptiven Religionsphänomenologie“ tut, dass es bei dieser „kaum eine Theorie im modernen Sinn gibt“3. Im Vergleich dazu sei zwar in der „verstehenden Religionsphänomenologie“ die Theoriebildung „weiter fortgeschritten“, sie „bleibt aber hinter den Forderungen heutiger Wissenschaftslehre zurück“4. Für Waardenburg ist der Grund für den Mangel an Theorie die Forschungspraxis der Religionsphänomenologen, denen es um das Studium religiöser Texte und um das Anliegen einer „Verkündigung“ ging, und nicht primär um ein theoretisches Interesse.5 Generell hält er fest, dass diejenigen, „die religionsphänomenologisch arbeiten wollten, nicht immer imstande gewesen (sind), ihre Arbeitsweise darzulegen und theoretisch zu begründen, so daß ihnen von Kritikern nicht selten Unwissenschaftlichkeit vorgeworfen wurde...

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