Show Less
Restricted access

GEISTESwissenschaften – IdeenGESCHICHTE

Festschrift für Helmut Reinalter zum 70. Geburtstag

Series:

Edited By Josef Wallmannsberger

Theorien der Geisteswissenschaften und Ideengeschichte definieren zentrale Momente des gelehrten Lebenswerks von Helmut Reinalter, dessen leitendes wissenschaftliches Motiv in der konsequenten Vernetzung rigoroser fachbasierter Forschung mit transdisziplinären Perspektivierungen und geistesgeschichtlichen Genealogien gefunden werden kann. Die Beiträge der Festschrift zum 70. Geburtstag des Jubilars situieren sich in diesem spezifischen Problemkontext, Innovationen und Impulse des Œuvres von Helmut Reinalter aufnehmend, kontrastierend und kontrapunktierend, im Sinne eines kritischen Dialogs in aufklärerischer Absicht.
Show Summary Details
Restricted access

Carl von Clausewitz: „Vom Kriege“. Ein Beitrag zur Ideengeschichte der Nachaufklärung: Peter J. Brenner

Extract

Carl von Clausewitz: „Vom Kriege“. Ein Beitrag zur Ideengeschichte der Nachaufklärung

Peter J. Brenner

Einleitung

In Tolstois Jahrhundertroman bekommt auch Carl von Clausewitz eine kleine Nebenrolle. Kurz vor der Schlacht bei Borodino huschte er durchs Bild: „Fürst Andrej sah sich um und erkannte Wolzogen, Clausewitz und einen Kosaken“.1 Dass Clausewitz in diesem Roman auftritt, zeugt vom sorgfältigen Quellenstudium des Romanciers. Denn als Tolstoi seinen Roman 1868/69 veröffentlichte, war Clausewitz noch weit von jenem Weltruhm entfernt, den er bald darauf erhalten sollte. Sein Werk war fast völlig unbekannt, in Russland wurde es erst zwanzig Jahre später durch die französische Übersetzung von General Michail I. Dragomirov verbreitet.2 Auch in Deutschland wurde Clausewitz’ Hauptwerk Vom Kriege, erstmals 1832–1834 aus dem Nachlass herausgegeben, zunächst nur zögernd rezipiert. Seine eigentliche Wirkung begann, nach vereinzelten Vorläufern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, erst nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71, als Clausewitz zur kanonischen Lektüre des preußischen Generalstabs gehörte, forciert vor allem von Moltke.3 Aber im Laufe der dann folgenden Jahrzehnte ist Vom Kriege eines der erfolgreichsten Bücher deutscher Zunge geworden.

Clausewitz’ Werk hat eine große, wenn auch stille rezeptionsgeschichtliche Karriere gemacht, die bis heute anhält. Inwieweit es allerdings auch im 21. Jahrhundert noch einen Beitrag zum militärischen Denken leisten kann, ist umstritten. Nicht zu Unrecht wurde darauf verwiesen, dass sich die Bedingungen des modernen Krieges mit...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.