Show Less
Restricted access

Das II. Vatikanische Konzil und die Wissenschaft der Theologie

Series:

Edited By Ansgar Kreutzer and Günther Wassilowsky

Mit der Erinnerung an das II. Vatikanische Konzil ist eine Besinnung auf das funktionierende Zusammenspiel von kirchlichem Lehramt, wissenschaftlicher Theologie und gesellschaftlicher Öffentlichkeit verbunden. Diesen Zusammenhängen von Konzil und Theologie im Kontext ihrer gesellschaftlichen Herausforderungen ist dieser Sammelband gewidmet, der auf eine im Sommersemester 2012 an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz (KTU) gehaltene Ringvorlesung zurückgeht. Während zahlreiche inhaltliche Auseinandersetzungen mit dem Konzil eher auf seine Dokumente oder Grundthemen abheben, bildet hier das Interaktionsverhältnis von Konzils- und theologischem Reflexionsgeschehen das übergreifende Formalobjekt: Wie haben sich Theologie und Konzil wechselseitig beeinflusst? Welche Kontinuitäten und Brüche bedeutete das Konzil für die einzelnen theologischen Teilfächer? Und was ist der spezifische Beitrag der theologischen Reflexion zum kulturellen Gedächtnis des Konzils in der Kirche – auch im Sinne seiner Aktualisierung?
Show Summary Details
Restricted access

Kontinuität oder Diskontinuität?

Extract

Das II. Vaticanum im Kontext der Theologiegeschichte

Peter Walter

1.  Der Streit um die Deutungshoheit über das II. Vaticanum

Wem gehört die Geschichte? Der Streit um die Deutungshoheit über historische Ereignisse wird heute an vielen Fronten ausgefochten, etwa im Hinblick auf das Reformationsjubiläum, das in wenigen Jahren begangen wird. Der Streit um die Deutung des II. Vaticanums ist schon lange entbrannt. Günther Wassilowsky hat in den Prolegomena seiner Dissertation „Universales Heilssakrament Kirche. Karl Rahners Beitrag zur Ekklesiologie des II. Vatikanums“ mit der Frage „Diskontinuität oder Kontinuität?“ die Szenerie folgendermaßen beschrieben: Auf der einen Seite nimmt er diejenigen wahr, die das Konzil als einen Neuaufbruch der katholischen Kirche sehen und die Zeit davor als eine des Stillstands, des Reformstaus usw., die also in einer Art Schwarz-Weiß-Modell die Diskontinuität betonen, und auf der anderen diejenigen, die das Konzil ganz in Kontinuität zum Bisherigen interpretieren möchten.1 Joachim Schmiedl stellt seinen umfangreichen, aber ob der Fülle natürlich keineswegs vollständigen Literaturbericht im ersten Heft der Theologischen Revue dieses Jahres unter die programmatische Überschrift „Visionärer Anfang oder Betriebsunfall der Geschichte?“2

Kontinuität ist ohne Zweifel ein entscheidendes Stichwort zur Beschreibung des Selbstverständnisses der römisch-katholischen Kirche, sei es in der Gestalt der successio apostolica, verstanden als personale Kontinuität im Bischofs- und speziell im Papstamt, sei es in der Gestalt einer Dogmenentwicklung als Kontinuität in der Lehre. Die evangelische Theologie geht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.