Show Less
Restricted access

Alcide De Gasperi und Konrad Adenauer

Zwischen Überwindung der Vergangenheit und europäischem Integrationsprozess (1945–1954)

Series:

Tiziana Di Maio

Italien, Deutschland und die Beziehungen zueinander: Eine komplizierte, konfliktreiche Geschichte, deren Ursprünge weit zurückreichen. Aber auch eine Geschichte der Übereinstimmung, des guten Verhältnisses als Grundlage für ein neues Europa. Das Buch untersucht das Wirken der Gründungsväter der beiden Länder und des vereinten Europas für die Überwindung der damals noch frischen und in der wechselseitigen Betrachtung noch immer lebendigen Vergangenheit. Die Arbeit beleuchtet vor allem einen Aspekt, der in den diplomatischen Studien zur Wiederaufnahme der deutsch-italienischen Beziehungen nach dem Krieg und in den Untersuchungen über das Entstehen des europäischen Integrationsprozesses häufig vernachlässigt wurde: Die Haltung der italienischen Öffentlichkeit zur Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit dem post-nationalsozialistischen Deutschland sowie zur Präsenz der Bundesrepublik unter den Gründungsmitgliedern der ersten Gemeinschaftsinstitutionen.
Show Summary Details
Restricted access

4. KapitelZusammenarbeit zur Überwindung der Vergangenheit

← 280 | 281 → 4. Kapitel

Extract

Unmittelbar nach dem Krieg begannen – neben den antideutschen, sowohl spontanen als auch zu politischen Zwecken organisierten Kampagnen – in Deutschland und Italien Vereine und Clubs zu entstehen, deren Ziel es war, die Kultur und Geschichte ihres jeweiligen Landes bekannt zu machen und so zur Überwindung der Erinnerung an die Kriegsjahre und zur Wiederaufnahme normaler Beziehungen zwischen den beiden Ländern beizutragen. Einige dieser Organisationen knüpften an die Tradition der Zusammenarbeit und des Kulturaustauschs der Vorkriegszeit an, während andere neu gegründet wurden und unter ihren Zielen die Überwindung der Erinnerung an die Kriegszeit nannten.

Im besetzten Deutschland waren auch Clubs der verschiedenen, dort lebenden italienischen Gemeinden aktiv. Nicht immer hielten die zuständigen Behörden die Aktivität dieser Clubs für anerkennungs-und unterstützungswürdig. Das geschah z.B. mit einer italienischen Gruppe, die sich „italienische Kolonie in Berlin“ nannte; mit ihrem Begründer, einem gewissen Angelo Quaglia, der während des Krieges nach Berlin übersiedelt war, wollte das italienische Außenministerium keine direkten Kontakte unterhalten.657

← 281 | 282 → Andere Initiativen wiederum wurden vom Außenministerium oberflächlich unterstützt, so z.B. der Deutsch-Italienische Club, der 1946 in Itzehoe bei Hamburg auf Betreiben eines deutschen Schriftstellers entstanden war; der Club setzte sich die „Förderung der kulturellen Zusammenarbeit und die deutsch-italienische Verständigung“658 zum Ziel. Oder die spontane Initiative von Erich Neumann in Kassel „als Beitrag zur Verständigung zwischen zwei Ländern nach dem Krieg“.659 Trotz der begrenzten Mittel und der zahlreichen Kommunikationsschwierigkeiten...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.