Show Less
Restricted access

Jüdische Lebenswelten

Von der Antike bis zur Gegenwart

Series:

Ernst Baltrusch and Uwe Puschner

Dieses Buch stellt die Vielfalt jüdischen Lebens in Europa von der Antike bis zur Gegenwart dar. Ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Judaistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Katholischer Theologie beschreiben und untersuchen, wie sich Juden und jüdische Gemeinschaften in einer fremden Umwelt behaupteten: Wie sie sich in die sie umgebende Gesellschaft politisch, wirtschaftlich, kulturell einbringen wollten und konnten, wie sich ihr alltägliches Leben gestaltete, welchen Bedrohungen, Gefahren und Diskriminierungen sie ausgesetzt waren und wie sich der sie umgebende Staat und die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft positionierten. Um die Vielfalt der jüdischen Lebenswelten ideal präsentieren zu können, ist das Buch chronologisch angelegt. Hierzu gehört auch die singuläre Katastrophe, die Ermordung der europäischen Juden. Das entstandene Panorama jüdischen Lebens in Europa zeigt aber, dass die vielfältige jüdische Geschichte mehr als nur Konflikte, Diskriminierung und Antisemitismus bietet.
Show Summary Details
Restricted access

Ein halbes Jahrhundert zu spät? Württembergs Emanzipationsgesetzgebung im Vergleich mit Baden, Bayern und Preußen

Extract

Ina Ulrike Paul

Ein halbes Jahrhundert zu spät?

Württembergs Emanzipationsgesetzgebung im Vergleich mit Baden, Bayern und Preußen

Das „Edikt, betreffend die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in dem Preußischen Staate“ vom 11. März 1812 bildet als wegweisende Neuregelung der Emanzipationsgesetzgebung einen guten Bezugspunkt für eine vergleichende Betrachtung der Gesetzeslage in den süd- und südwestdeutschen Territorien Baden, Bayern und Württemberg während der deutschen Reformzeit. Die im Titel gestellte Frage legt nahe, daß Württemberg bei diesem Vergleich nicht allzu gut abschneiden wird, obwohl man in renommierten Gesamtdarstellungen der Geschichte der Juden in Deutschland wie denjenigen von Shulamit Volkov (²2000) oder von Andreas Reinke (2007) lesen kann, daß Württemberg 1808 als erster der deutschen Territorialstaaten ein – wenn auch gewisse Restriktionen enthaltendes – Emanzipationsgesetz verabschiedet habe; Baden sei dieser Regelung ein Jahr später gefolgt, Bayern habe im Jahr 1813 ein entsprechendes Gesetz erlassen.1 Hatte Württemberg nun ein frühes oder spätes Emanzipationsgesetz? Der Sache soll in drei Abschnitten auf den Grund gegangen werden.

Dabei ist es 1. zum allgemeinen Verständnis der rheinbündischen Reformpolitik und speziell der Emanzipationsgesetzgebung unerläßlich, sich mit den Veränderungen der Landkarte Europas in der Ära des napoleonischen Empire zu befassen. Die Markgrafschaft Baden, das Herzogtum Württemberg und das Kurfürstentum Bayern, alle drei bis zum Zusammenbruch des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation 1806 mittlere bzw. kleinere Reichsstände, konnten sowohl ihr Herrschaftsgebiet...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.