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Jüdische Lebenswelten

Von der Antike bis zur Gegenwart

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Edited By Ernst Baltrusch and Uwe Puschner

Dieses Buch stellt die Vielfalt jüdischen Lebens in Europa von der Antike bis zur Gegenwart dar. Ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Judaistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Katholischer Theologie beschreiben und untersuchen, wie sich Juden und jüdische Gemeinschaften in einer fremden Umwelt behaupteten: Wie sie sich in die sie umgebende Gesellschaft politisch, wirtschaftlich, kulturell einbringen wollten und konnten, wie sich ihr alltägliches Leben gestaltete, welchen Bedrohungen, Gefahren und Diskriminierungen sie ausgesetzt waren und wie sich der sie umgebende Staat und die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft positionierten. Um die Vielfalt der jüdischen Lebenswelten ideal präsentieren zu können, ist das Buch chronologisch angelegt. Hierzu gehört auch die singuläre Katastrophe, die Ermordung der europäischen Juden. Das entstandene Panorama jüdischen Lebens in Europa zeigt aber, dass die vielfältige jüdische Geschichte mehr als nur Konflikte, Diskriminierung und Antisemitismus bietet.
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Suche nach Identität – Emanzipation durch Architektur. Synagogen im 19. Jahrhundert

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Harold Hammer-Schenk

Suche nach Identität – Emanzipation durch Architektur Synagogen im 19. Jahrhundert

Die von außen gewünschte, vielfach erzwungene, von innerjüdischer Seite nicht selten gefürchtete Emanzipation rückte die Juden in allen deutschen Staaten in den Blick der Öffentlichkeit.

Mißachtung, Verfolgung, Duldung, Bevormundung und Zuweisung einer orientalischen Identität benennen in Schlagworten den Druck von außen. Bewahrung der Religion, auch der östlichen Traditionen, Angleichung an die sozialen Normen der Mehrheitskultur, wie sie in Sprache, Kleidung, Verhalten, ja Lebensplanung bis hin zum Kult vorgegeben waren – das sind Schlagworte für einen inneren Druck, dem Juden ausgesetzt waren und sich aussetzten.

Das Aussehen von Synagogen von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis in die Zeit um 1900 variiert in Größe, architektonischem Aufwand, Baustil und städtebaulicher Lage in enormer Breite. Die Abhängigkeit von politischen Verhältnissen, von der Größe der jüdischen Gemeinde, von dieser Größe im Verhältnis zur christlichen Bevölkerung, von den Vorstellungen staatlicher und örtlicher Behörden von der Aufgabe einer Synagoge im Gefüge der Gesellschaft, von den architekturtheoretischen Vorgaben der jeweiligen Zeit und natürlich auch immer von den finanziellen Möglichkeiten war so groß, daß einheitliche Strukturen nicht gebildet werden konnten.

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