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Die soufflierte Stimme: Text, Theater, Medien

Aufsätze 1979-2012

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Helga Finter

Ist die Stimme nur Toninstrument für Sprache oder ist ihr Klang selbst signifikant? Wer spricht, was singt in einer Stimme? Welche Rolle spielt ihre Theatralisierung für Subjekt-, Körper- und Sprachkonzepte? Wie schafft Stimme Präsenz? Wie eine Signatur? Wie wird ein Ursprung der Stimme, wie Audiovision dramatisiert? Welchen Einfluss hat der Einsatz von Mikrofon, Lautsprecher, Sound-Design? Was bewirken Aufzeichnungstechnologien? Welche Rolle haben akusmatische Stimmen? Was kennzeichnet eine Ethik der Stimme, eine Stimm-Politik? Wie verhält sich die poetische zur Autorenstimme? Auf solche Fragen antwortet dieser Band mit Analysen der Praxis von (experimentellem) Theater, Oper, Tanz, Medien, wie auch von poetisch strukturierten Texten, die performativ eine Ästhetik der Stimme entwerfen.
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Sinntriften vom Dialog zum Polylog.

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Über Richard Foremans römisches Stück Luogo + bersaglio

Zum ersten Mal traf ich Richard Foreman im November 1979 in Rom bei den Proben seines neuen Stückes, dessen Titel damals noch nicht feststand. Man hatte mir erzählt, er habe im Sommer seinen Theater-Loft in New York verkauft; von den Schauspielern des Ontological-Hysteric Theatre war nur seine Frau Kate Manheim mit nach Europa gekommen, sie sollte in dem neuen Stück wieder die Figur der Rhoda, aber nun in italienischer Sprache spielen; die anderen Figuren würden von jungen italienischen Schauspielern und auch von Laien übernommen; so sei zum Beispiel der römische Schriftsteller und Performancekünstler Fabio Mauro der Max des Stückes (Rhoda und Max sind festgeschriebene Figuren in allen Stücken Foremans).

Es wurde im Teatro della Piramide geprobt, der Experimentalbühne Memè Perlinis im Quartiere Ostiense im Süden der Stadt. Das Garagentheater war zu diesem Zweck von Foreman ganz umgestaltet worden: Der in die Tiefe langgestreckte Raum war nun dunkelbraun gestrichen; frontal zur Spielfläche, die die Form eines L angenommen hatte, hatte Foreman für die Zuschauer eine Holzkonstruktion mit steil ansteigenden Stufen errichten lassen, wie ich sie aus seinem New Yorker Theater kannte. Der tiefe Spielraum endete in einer ebenfalls dunkelbraun gestrichenen Wand, auf der flächig gemalte weiße konische Formen eine zentrale goldfarbene vaginale Form säumten.

Diese Räumlichkeit, samt den beiden Steuerkabinen für Tonbänder und Beleuchtung rechts und links...

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