Show Less
Restricted access

Die soufflierte Stimme: Text, Theater, Medien

Aufsätze 1979-2012

Series:

Helga Finter

Ist die Stimme nur Toninstrument für Sprache oder ist ihr Klang selbst signifikant? Wer spricht, was singt in einer Stimme? Welche Rolle spielt ihre Theatralisierung für Subjekt-, Körper- und Sprachkonzepte? Wie schafft Stimme Präsenz? Wie eine Signatur? Wie wird ein Ursprung der Stimme, wie Audiovision dramatisiert? Welchen Einfluss hat der Einsatz von Mikrofon, Lautsprecher, Sound-Design? Was bewirken Aufzeichnungstechnologien? Welche Rolle haben akusmatische Stimmen? Was kennzeichnet eine Ethik der Stimme, eine Stimm-Politik? Wie verhält sich die poetische zur Autorenstimme? Auf solche Fragen antwortet dieser Band mit Analysen der Praxis von (experimentellem) Theater, Oper, Tanz, Medien, wie auch von poetisch strukturierten Texten, die performativ eine Ästhetik der Stimme entwerfen.
Show Summary Details
Restricted access

Interview mit Richard Foreman: Hören + sehen – wohin das alles zielt

Extract

Helga Finter: Haupt-Themen von Luogo + bersaglio scheinen mir zu sein: Zuerst die Beziehung zwischen Text und Performance, d.h. zwischen der Schrift und ihrer Verlautbarung und Visualisierung; zweitens Ihre Definition dessen, was Sie ‚mentales Theater‘ nennen, in Beziehung oder Opposition zu anderen theatralen oder künstlerischen Praktiken. Diese beiden Themen betreffen Ihr gesamtes Werk. In Ihrem neuen römischen Stück sind sie jedoch durch Elemente artikuliert, die sich auf ein phantasmatisches Bild der italianità beziehen: Es gibt in diesem Stück viele Elemente, die auf verschiedenen Ebenen ein Bild Italiens mitzeichnen. Es wird ein Theater beschworen, dessen Ursprünge in heidnischen Riten und Opferprozessen wurzeln. Dabei werden die Schauspieler zu Hysteriker(inne)n, was an ein anderes italienisches Thema anknüpft, das der Heiligen/Märtyrer(innen) des Katholizismus.

Die Art und Weise der Raumanlage, die einen perspektivischen Raum in seinen Konstituenten erfahrbar macht, verweist auf die (italienische) Kunst der Renaissance, lässt aber auch an einen anderen großen Zerstörer der visuellen Illusion denken, an Marcel Duchamps. Schließlich sind da noch all diese, dem italienischen Frauenbild – la mamma oder la madonna – so vertrauten Gegenstände: die Pfannen, die Teller, die zu Heiligenscheinen werden; Beichtstühle, die Betten, die tote Fische und schmutziges Essgeschirr verbergen, usw. … Sie verbinden das Thema des italienischen Theaters mit dem der Kunst Italiens und seiner Religion, letztendlich auch mit dem der Politik und Geschichte. Ich denke da an die Verfolgung von Rhoda während des ganzen Stückes – sie lässt...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.