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Die soufflierte Stimme: Text, Theater, Medien

Aufsätze 1979-2012

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Helga Finter

Ist die Stimme nur Toninstrument für Sprache oder ist ihr Klang selbst signifikant? Wer spricht, was singt in einer Stimme? Welche Rolle spielt ihre Theatralisierung für Subjekt-, Körper- und Sprachkonzepte? Wie schafft Stimme Präsenz? Wie eine Signatur? Wie wird ein Ursprung der Stimme, wie Audiovision dramatisiert? Welchen Einfluss hat der Einsatz von Mikrofon, Lautsprecher, Sound-Design? Was bewirken Aufzeichnungstechnologien? Welche Rolle haben akusmatische Stimmen? Was kennzeichnet eine Ethik der Stimme, eine Stimm-Politik? Wie verhält sich die poetische zur Autorenstimme? Auf solche Fragen antwortet dieser Band mit Analysen der Praxis von (experimentellem) Theater, Oper, Tanz, Medien, wie auch von poetisch strukturierten Texten, die performativ eine Ästhetik der Stimme entwerfen.
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Georges Batailles unsichtbarer Film: Das Szenario La Maison brûlée

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Georges Bataille hat weder Theaterstücke geschrieben noch Filme gedreht, doch Theater und Film insistieren in seinem Werk seit den ersten Texten, die das Heterogene zum Gegenstand haben. Denn die Auseinandersetzung mit dem, was das Subjekt übersteigt, ruft insofern die Frage der Theatralität auf den Plan, als die Erforschung der gesellschaftlichen und künstlerischen Formen des Heterogenen das Problem ihrer Darstellbarkeit beinhaltet. Welche Möglichkeiten findet das von der Ratio und dem Diskurs Ausgeschlossene, sich zu manifestieren? Wie schreiben sich der Körper und das Begehren in künstlerische, literarische und religiöse Praktiken ein?

Der Aufsatz diskutiert in fünf Punkten Analyse und Strategien des Heterogenen in Batailles Werk: Ausgehend von der Analyse des Blicks in Documents als Geschichten des Auges (1), sowie von seinem Theater des Buches von Le Bleu du ciel bis zu den fiktionalen Texten der Kriegszeit (2) wird Batailles Schreiben für die Medien in den Kontext seiner expérience intérieure gestellt, die den Film einer effusion du sacrifice zuordnet (3). Die mit dem Filmprojekt für Fernandel angedeuteten und vor allem mit dem Szenario La Maison brûlée gefundenen audiovisuellen Strategien der Einschreibung des Heterogenen (4) werden als der ästhetische Versuch einer filmischen Sprache der Ekstase analysiert (5), welcher im Kontext der Methode der ekstatischen Subversion des Subjekts seine Tragweite offenbart.

Schon sehr früh, zur Zeit der Documents (1929–1930),1 jener Zeitschrift, die sowohl Beispiele der Künste als auch Zeugnisse religiöser und popul...

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