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Die soufflierte Stimme: Text, Theater, Medien

Aufsätze 1979-2012

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Helga Finter

Ist die Stimme nur Toninstrument für Sprache oder ist ihr Klang selbst signifikant? Wer spricht, was singt in einer Stimme? Welche Rolle spielt ihre Theatralisierung für Subjekt-, Körper- und Sprachkonzepte? Wie schafft Stimme Präsenz? Wie eine Signatur? Wie wird ein Ursprung der Stimme, wie Audiovision dramatisiert? Welchen Einfluss hat der Einsatz von Mikrofon, Lautsprecher, Sound-Design? Was bewirken Aufzeichnungstechnologien? Welche Rolle haben akusmatische Stimmen? Was kennzeichnet eine Ethik der Stimme, eine Stimm-Politik? Wie verhält sich die poetische zur Autorenstimme? Auf solche Fragen antwortet dieser Band mit Analysen der Praxis von (experimentellem) Theater, Oper, Tanz, Medien, wie auch von poetisch strukturierten Texten, die performativ eine Ästhetik der Stimme entwerfen.
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Nach dem Diskurs.

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Zur Ansprache im aktuellen Theater

Abschiede geben Anlass zu Rück- oder Ausblicken, sie geben Gelegenheit, Bilanz zu ziehen oder noch Unerledigtes aufzugreifen. Letzteres war mein Anliegen, als ich für meine Abschiedsvorlesung1 unter dem vorläufigen Titel „Sprache und Sprechen in einem kritischen Theater“ mir vornahm, eine Antwort auf immer wieder in Seminaren und Gesprächen aufgeworfene Fragen der Studierenden zum Umgang mit Texten im Hinblick auf die eigenen Projekte zu geben. Horizont für meine Überlegungen war dabei das Gießener Projekt eines die szenische Repräsentation reflektierenden Theaters.

Dass der Titel sich beim Schreiben nun zu „Nach dem Diskurs“ präzisiert hat, ist auf meine erste Reise nach Gießen auf Einladung von Studierenden der Angewandten Theaterwissenschaft im Sommer 1989 zurückzuführen. Die besondere Situation des Abschieds hatte die Erinnerung an diesen ersten Besuch anlässlich des diskurs’, des internationalen Festivals der Studierenden, wieder wachgerufen: Ich hatte dort studentische szenische Projekte sehen können, die verschiedene Medien, aufgezeichnete Reden und direktes Sprechen in Relation setzten. Der Terminus ‚Diskurs‘, unter dem diese Arbeiten firmierten, blieb damals jedoch für mich noch rätselhaft, denn weder wiesen diese Projekte das Kennzeichen eines Diskurses im diskurstheoretischen Sinne, so beispielsweise auktoriales Sprechen, auf, noch waren sie Diskurse einer auktorialen Regieinstanz, die auf eine Gemeinschaft von Zuschauern abzielten.

Als ich dann im Herbst 1989 dem Ruf für die Vertretung einer zweiten, neu geschaffenen Professur gefolgt war und so zum ersten Mal am Institut f...

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