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Keine Kritische Theorie ohne Leo Löwenthal

Die Zeitschrift für Sozialforschung (1932-1941/42)- Mit einem Vorwort von Peter-Erwin Jansen

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Gregor-Sönke Schneider

Die Studie, im Sinne der Intellectual History angelegt, rekonstruiert und dokumentiert den originären wie konzeptionellen Beitrag Leo Löwenthals zur frühen Kritischen Theorie, wie sie in den 1930er Jahren von den engsten Mitarbeitern des Instituts für Sozialforschung – Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse, Erich Fromm, Friedrich Pollock und Walter Benjamin – entwickelt und in der Zeitschrift für Sozialforschung publiziert wurde. Als verantwortlicher Schriftleiter der Zeitschrift sicherte Löwenthal dem hier gebotenen Forum für kritische Sozialforschung den Fortbestand auch in politisch schwierigen Zeiten. Diese besondere Rolle Löwenthals schmälert nicht die Bedeutung seiner theoretischen Beiträge zur Zeitschrift für Sozialforschung, stehen sie doch in enger inhaltlicher Beziehung zu den Arbeiten der anderen Institutsmitglieder und waren wie diese für die Entwicklung der Kritischen Theorie unentbehrlich.
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In memoriam. Alfred Schmidts Idee eines Forums für materialistische Forschung

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Wenn eine Reihe, wie die von Alfred Schmidt im Jahre 2004 im Verlag Peter Lang unter dem Titel Philosophie in Geschichte und Gegenwart begründete, über den Tod ihres Initiators hinaus fortbesteht, bedarf es neben einem knappen Rückblick auf die bisher veröffentlichten Arbeiten eines Wortes über die ver-folgte Zielsetzung des neuen Herausgebers.

Zunächst haben wir uns jedoch die Intention Alfred Schmidts in Erinnerung zu rufen, mit Begründung dieser Reihe, Denkern, die dem philosophischen Materialismus zuneigen, ein Forum zu bieten. Als leitendes Motiv dafür sei hier sein bis zuletzt ungebrochenes Interesse an einem interdisziplinär durchgeführ-ten Materialismus in der Tradition Kritischer Theorie angeführt. Der Vermitt-lung eines ersten Eindrucks davon, was Alfred Schmidt unter Materialismus verstanden wissen wollte, sollen die folgenden Zeilen dienen. Hervorzuheben ist vorab die Treue, die Alfred Schmidts Kritischer Materialismus dem real huma-nistischem Gedanken einer subjektgerechten Einrichtung der Welt gehalten hat; eine Haltung, die ihn auch von zeitgenössischen Materialismen unterscheidet.

Aus einem Lebenslauf (1971/2), der sich im philosophischen Nachlass des Philosophen im Archivzentrum der Frankfurter Universität findet, geht hervor, dass Alfred Schmidt große Abschnitte seines geistigen Lebens der Begründung einer „kritizistischen […] – die tragfähigen Resultate von Kant bis Hegel be-wahrende – materialistische[n] Erkenntnistheorie“ widmete, „die als Konstitutionslehre zugleich ein geschichtliches und sittliches Vernunftinteresse verfolgt“. Dieses ehrgeizige, weit vorangetriebene, letztlich aber unabgeschlossen geblie-bene Projekt stellt sich retrospektiv dar als der Vollzug des von Max Horkhei-mer, Herbert Marcuse und Theodor W. Adorno eingeleiteten Übergangs...

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